Spendenfonds: Helfen und Sparen

Spendenfonds kombinieren Geldanlegen und ­Spenden. Doch bislang führen sie ein ­Schattendasein in der Fonds­landschaft.

In Deutschland sind rund 5 500 Fonds zum Vertrieb zugelassen, aber nur sechs davon sind Spendenfonds. Aktiv vertrieben werden derzeit sogar nur fünf. Wer in diese Fonds investiert, spendet einen vorab festgelegten Teil des Ausgabeaufschlags oder der Ausschüttungen an eine Wohltätigkeitsorganisation. Auf Spendenquittungen für das ­Finanzamt braucht der Anleger dabei nicht zu verzichten. Bis auf den Panda Rendite Fonds gibt es sie bei allen Anbietern. Bislang führen Spendenfonds in Deutschland eher ein Nischendasein. Gemeinsam verwalten sie ein Vermögen von rund 326 Millionen Euro. Verglichen mit den Stars der Branche ist dies wenig. So mancher prominente Einzelfonds hat mehr Gelder eingesammelt als alle fünf zusammen.

Der größte und älteste deutsche Spendenfonds ist der GKD-Fonds (Gmeiner Kinderdorf Fonds). Er wurde 1976 von der DWS aufgelegt. Bei ihm handelt es sich um einen Mischfonds, der inzwischen rund je die Hälfte in Aktien und in fest verzinsliche europäische Wertpapiere investiert. Bei diesem Fonds haben die Anleger eine Wahlmöglichkeit. Sie entscheiden, ob Ausschüttungen oder Fondsanteile dem Hermann-Gmeiner-Fonds übertragen werden, der weltweit die SOS-Kinderdörfer betreibt. Ein wei­terer Mischfonds aus dem Hause DWS ist der Bildungsfonds. Das Fondsma­nagement hat bei der Gewichtung des Portfolios freie Hand. Einzige Beschränkung: Der Schwerpunkt sollte auf inländischen Wertpapieren liegen. Zurzeit dominieren mit rund 50 Prozent Aktien. Außerdem hat der Fonds 40 Prozent Renten bei­gemischt.

Spenden für die Natur

Als weiteren Spendenfonds brach­te die DWS im Dezember 1997 den Panda Renditefonds (WKN 976 984) heraus. Zurzeit funktioniert er wie ein international anlegender Rentenfonds. Anders als bei den meisten Spendenfonds wird der Spendenanteil hier gleich beim Kauf ­abgezweigt. Vom Ausgabeaufschlag in Höhe von 3 Prozent überweist die DWS ein Drittel der Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF). Zwar hat das Fondsmanagement freie Hand, fest verzinsliche Papiere an den weltweit wichtigsten Rentenmärkten zu kaufen. Ein Anlageausschuss mit Vertretern des WWF Deutschland achtet jedoch darauf, dass die Anlagepolitik mit den Zielen des WWF, nämlich den Lebensraum der bedrohten Tierwelt zu erhalten, übereinstimmt. In der Tabelle ist der Fonds nicht aufgeführt, weil er noch keine fünf Jahre am Markt ist.

Anleger, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef unterstützen möchten, können dies auch über den 1995 von Union Invest aufgelegten DKU-Fonds tun. Er ist ein Mischfonds, der knapp 15 Prozent in deutsche und europäische Aktien und gut 80 Prozent in Renten investiert. Die Sparer können neben dem Ausgabeaufschlag von 2,5 Prozent nochmals den gleichen Anteil der Anlagesumme an Unicef spenden. Zusätzlich können sie die Hälfte der jährlichen Ausschüttung Unicef zukommen lassen. Voraussetzung ist die Verwahrung im Union-Depot.

Der Pro Mundo Fonds (Union) ist ein reiner Rentenfonds, der überwiegend weltweit in fest verzinsliche Wertpapiere mit kürzerer Laufzeit anlegt. Bei diesem Fonds hat der Anleger die Möglichkeit, Ausschüttungen oder Fondsanteile an eines von vier kirchlichen Hilfswerken (Kindermissionswerk Sternsinger, Malteser Werke, Misereor und Missio) zu spenden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1564 Nutzer finden das hilfreich.