Porträts

GLS Gemeinschaftsbank und Ökobank

Die GLS Gemeinschaftsbank eG und die Ökobank bieten das komplette Bankangebot und vergeben günstige Kredite an ökologische, soziale und kulturelle Projekte. Zum 1. Januar 2003 werden alle Geschäfte der wegen fauler Großkredite ins Trudeln geratenen Ökobank auf die GLS-Bank übertragen. Die neue Bank will dann eine gemeinsame Produktpalette anbieten. Für Anleger, die vor der Verschmelzung Festgeld oder Sparbriefe einer der beiden Banken nutzen, bleiben die vereinbaren Konditionen auch im kommenden Jahr bestehen. Die GLS-Bank unterstützt mit ihren Überschüssen Arbeitsloseninitiativen, ökologisch bewirtschaftete Bauernhöfe, freie Schulen sowie sozial- und heilpädagogische Einrichtungen. Anleger können neben herkömmlichen Bankprodukten auch ein „Grünes Konto“ oder ein Projektsparangebot wählen und mitbestimmen, was mit ihrem Geld geschieht: Sie legen bei Sparanlagen innerhalb eines vorgegeben Zinsrahmens die Höhe ihrer Zinsen selbst fest. Die Differenz zum Zinssatz, den die Bank bietet, fließt in ein Förderprojekt. Einen solchen Zinsverzicht bietet auch die Ökobank. Sie fördert seit 1988 ökologische Vorhaben, Frauenprojekte, selbst verwaltete Betriebe und soziales Engagement. Beide Banken sind Mitglied der Einlagensicherung des Bundesverbandes der Deutschen Volks-und Raiffeisenbanken e. V. Alle Einlagen sind so vollständig abgesichert. Für Genossenschaftsanteile gilt diese Garantie nicht.

Oikocredit

Oikocredit ist keine Vollbank, sondern eine der weltweit größten ethisch wirtschaftenden Genossenschaften mit Hauptsitz in den Niederlanden. Sie vergibt Kredite nach sozialen und ökologischen Kriterien an Genossenschaften in Osteuropa, Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien. Zu Darlehenskonditionen, die meist unter dem marktüblichen Zinssatz liegen, werden Projekte wie zum Beispiel der Kaffee- und Teeanbau, Textilwerkstätten, Bibelgesellschaften oder ökologisch ausgerichtete Landwirtschaftsbetriebe unterstützt. Die Förderung läuft über fünf bis zehn Jahre. Häufig haben die Empfänger der Kredite in ihrem Land keinen Zugang zum Kreditmarkt, da sie als nicht kreditwürdig gelten. Die meisten nutzen den Kredit für den Start in die Selbstständigkeit.

Anleger, die diese Projekte unterstützen wollen, müssen zunächst Mitglied in einem der acht in Deutschland ansässigen Förderkreise werden. Über die Mitgliedschaft in einem Förderkreis können sie Genossenschaftsanteile zu je 200 Euro erwerben. Maximal wird eine Dividende von 2 Prozent pro Jahr ausgezahlt. Die Anteile können jederzeit zurückgegeben werden. Jedes Mitglied hat ein Stimmrecht und kann Einfluss auf die Kreditvergabe nehmen. Bis auf den Mitgliedschaftsbeitrag in Höhe von maximal 25 Euro pro Jahr kommen auf die Anleger keine weiteren Kosten zu. Die Genossenschaftsanteile werden nach niederländischem Recht verwaltet: Sollte die Genossenschaft Pleite gehen, sind die Anteile für den Anleger verloren.

Umweltbank

Die im Jahre 1997 gegründete und seit 2001 an der Börse gehandelte Umweltbank finanziert ausschließlich ethisch-ökologisch ausgerichtete Vorhaben und garantiert, jeden Euro umweltverträglich anzulegen: In Wind- und Wasserkraftprojekte, Sonnenenergie, Blockheizkraft- und Biogasprojekte, gewerbliche ökologische Altbausanierung oder Landwirtschaft. Ausdrücklich nicht unterstützt werden Atomkraft, die Rüstungsindustrie sowie sozial- und umweltschädliche Projekte. Gut die Hälfte des Kreditvolumens fließt in gewerbliche Objekte. Darüber hinaus vergibt die Bank Kredite für private Baufinanzierungen. Wer umweltschonend baut oder saniert, wird mit günstigen Zinsen belohnt. Bauherren können durch das Sammeln von Umweltpunkten Zinsen einsparen. Wer zum Beispiel auf Wärmedämmung achtet, ökologische Baustoffe verwendet und eine Solaranlage installiert, bekommt Umweltpunkte gutgeschrieben: Bei einer Kreditsumme von 100 000 Euro und einer Zinsbindung von 10 Jahren (1 Prozent Tilgung) ist ein Effektivzins von 5,55 Prozent fällig (Stand 15. 8. 2002). Anleger können bei der Umweltbank zudem ein Wertpapierdepot-, Tagesgeld- oder Sparkonto eröffnen oder in Umweltfonds investieren. Private Girokonten gibt es nicht. Die Spareinlagen sind nur nach dem gesetzlichen Mindeststandard geschützt: 90 Prozent der Einlagen, maximal 20 000 Euro pro Kunde gibt es im Insolvenzfall zurück. Die in Nürnberg ansässige Direktbank unterhält keine Filialen und ist per E-Mail, Telefon und Fax erreichbar.

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