Essen im Restaurant Der Gast muss nicht alles schlu­cken

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Essen im Restaurant - Der Gast muss nicht alles schlu­cken
Haar in der Suppe. Klare Mängel wie dieser lassen sich reklamieren.

Steak verkohlt, Trink­glas schmutzig, Menükarte über­trieben? Manchmal entwickeln sich Restaurant­besuche anders, als der Gast es sich vorgestellt hat. test.de erklärt, welche Rechte Sie als Gastronomie-Kunde haben – und wie Sie sich gegen Unver­schämtheiten im Lokal wehren können.

Einzelne Länder testen Hygienebaro­meter

Eine Stunde aufs Steak gewartet, dann ist es verbrannt und am Weinglas glänzt fremder Lippen­stift: Nicht immer klappt es, sich im Restaurant zu entspannen. Auch Lebens­mittel­kontrolleure decken immer wieder Schwach­stellen der Gastronomie auf. Derzeit testen einzelne Bundes­länder Hygiene-Baro­meter, die an Lokaltüren die Ergeb­nisse der Kontrollen anzeigen. Doch für die meisten Gäste heißt es weiterhin: Augen auf.

Speisen werden falsch gelagert

Kontrolleure haben 2012 jeden zweiten besuchten Imbiss bean­standet. Haupt­kritik bei den fast 2 600 Wagen, Ständen und Lokalen: Reinigungs­mängel, falsche Lagerung von Speisen, ungeschultes Personal. Die Kontrolleure monierten zudem, dass in Restaurants Speisen mit rohem Ei oft nicht genug gekühlt und zu lange verkauft würden. Das erhöht das Risiko für Salmonellen­infektionen.

Tipp: Bei Schmutz, zum Beispiel auf Geschirr, haben Sie ein Recht auf Ersatz. Schwieriger ist es, Essen für Infekte verantwort­lich zu machen. Indizien sind weitere Krank­heits­fälle.

Vorsicht bei „Hausgemachtem“

Wer feine Seezunge bestellt, hat mitunter anderen Fisch auf dem Teller. Das entdeckten Lebens­mittel­kontrolleure in Restaurants. Und bereits in Häfen fanden sie falsch deklarierte Ware wie Jakobs­muscheln, die in Wirk­lich­keit einfache Kamm­muscheln waren. In Lokalen fiel Joghurt auf, der statt reinem Milch- auch billigeres Pflanzen­fett enthielt. Er hätte nicht als „Zaziki aus Joghurt“ verkauft werden dürfen. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät zur Vorsicht bei „Selbst- und Hausgemachtem“. Die Begriffe seien nicht geschützt und würden schon benutzt, wenn jemand Schokolade auf Fertigkuchen raspele.

Tipp: Reklamieren Sie Bestelltes, wenn Sie Wider­sprüche zur Karte belegen können. Dann muss es Ersatz geben oder die Rechnung fällt flach.

Länger als 45 Minuten muss niemand aufs Essen warten

Kommt ein aufwendiges Essen nicht inner­halb von 45 Minuten und haben Sie dreimal nachgefragt, dürfen Sie nach Hause gehen. Das gilt auch, wenn die Rechnung 15 Minuten ausbleibt. Hinterlegen Sie dann aber auf jeden Fall Ihre Adresse.

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