So haben wir getestet

Im Test: 6 Menüdienste, die täglich großflächig in Berlin „Essen auf Rädern“ verzehrsfertig an Privathaushalte liefern. Aus mehreren Menülinien wurde je eine Standard-Mittagsmahlzeit („Normalkost“) plus Dessert oder Kuchen (je nach Angebot) in die Prüfung einbezogen. Prüfung von Essensqualität, Bestell- und Lieferservice über einen Zeitraum von 14 Tagen. Geschulte Tester nahmen „Essen auf Rädern“ verdeckt in Anspruch. Sie protokollierten die Abläufe in standardisierten Erhebungsbögen. Parallel Prüfung der Essensqualität.

Erhebungszeitraum: Mai 2011, Anbieterbefragung Juli 2011.
Preise: Von uns gezahlte Preise.

Abwertung

Bei ausreichender sensorischer Beurteilung konnte das test-Qualitätsurteil höchstens eine halbe Note besser sein.

Sensorische Beurteilung: 25 %

Bei der einfach beschreibenden Prüfung in Anlehnung an die Amtliche Sammlung von Untersuchungsverfahren (ASU) nach Paragraf 64 LFGB beurteilten mindestens drei geschulte Prüfpersonen Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Jede Prüfperson verkostete anonymisierte, gegebenenfalls in der Mikrowelle nacherhitzte Proben unter den gleichen Bedingungen. Aus den Einzelergebnissen wurde ein Konsens erarbeitet. Festgestellte Fehler bestimmten die Note.

Ernährungsphysiologische Qualität: 25 %

Gemäß ASU wurde geprüft: Protein, Fett, Trockenmasse, Asche, Ballaststoffe – zur Berechnung des Kohlenhydratanteils und des Brennwerts, sowie Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Jod, Folat und Vitamin E. Die Beurteilung dieser Analysenwerte orientiert sich an den D-A-CH-Referenzwerten und am DGE-Qualitätsstandard für Essen auf Rädern für über 65-Jährige mit geringer und leichter körperlicher Aktivität (Physical activity level 1,2 und 1,4). Kuchen wurde rechnerisch nur zur Hälfte berücksichtigt. Ob die Menüpläne bezüglich Auswahl und Vielfalt dem Qualitätsstandard entsprechen, wurde über sechs Wochen geprüft.

Mikrobiologische Qualität: 5 %

Prüfung gemäß ASU, getrennt nach Hauptgang und Dessert/Kuchen: Gesamtkeimzahl, Salmonellen, E. coli, Enterobakterien, Staphylokokken, Clostridien, B. cereus. Hauptgang auch auf L. monocytogenes, Dessert gemäß ISO auch auf Schimmelpilze geprüft.

Kundenservice: 35 %

Bestellservice: Zwei Wochenbestellungen sowie je eine Zu-, Ab- und Umbestellung. Geprüft wurde unter anderem Erfassung von Kundendaten und -wünschen sowie Vereinbarungen dazu bei der Erstbestellung. Bei Zu-, Ab- und Umbestellung, ob die Änderung umgesetzt wurde. Allgemeine Serviceaspekte (zum Beispiel, wie der Anbieter sich am Telefon gemeldet hat, wann er erreicht wurde).

Lieferservice: Unter anderem Anzahl der Zusteller, Einhalten der angekündigten Lieferzeiten, Verhalten und Kleidung der Zusteller, ob Wärmebox angeboten und das richtige Essen geliefert wurde, Essenstemperatur zum Liefer- und Verzehrszeitpunkt (12 Uhr).

Beratung und Information: 10 %

Beratung: Fünf telefonische Beratungen (Testpersonen traten als Angehörige auf). Unter anderem: Ob Essensvorlieben und gesundheitliche Einschränkungen erfragt wurden, Informationen zum Angebot wie Speiseplanwechsel oder Herstellung, Erklärung des Bestellvorgangs, Informationen zu Lieferablauf, Vertragsmodus, Bezahlung, Preisen.

Informationsmaterial (inklusive Speisepläne): Etwa ob wesentliche Informationen zu Essen (inklusive Nährwerte, Allergene, Zusatzkosten) und Anbieter enthalten sind, Lesbarkeit und Verständlichkeit.

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