Essbare Strohhalme im Test Trinkhalme zum Wegknabbern

26.06.2021
Essbare Strohhalme im Test - Trinkhalme zum Wegknabbern
Mikado im Glas. Die essbaren Trinkhalme im Test bestehen aus Getreide, Stärke oder Zucker. © Jule Felice Frommelt

Der Einweg-Plastikhalm ist passé. Die Stiftung Warentest hat sechs essbare Strohhalme geprüft. Die aus Zucker sind Murks, die aus Getreide relativ stabil.

Essbare Strohhalme im Test Testergebnisse für 6 Ess­bare Trinkhalme 07/2021

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Inhalt
Liste der 6 getesteten Produkte
Ess­bare Trinkhalme 07/2021 - Auf Getreidebasis
  • Knusperhalm Hauptbild
    Knusperhalm
  • Wisefood Pasta Trinkhalme Hauptbild
    Wisefood Pasta Trinkhalme
  • Wisefood Superstraw Essbare Trinkhalme Hauptbild
    Wisefood Superstraw Essbare Trinkhalme
Ess­bare Trinkhalme 07/2021 - Auf Stärkebasis
  • The Q Life Premium Strohhalme aus Reis & Tapioca Mix Hauptbild
    The Q Life Premium Strohhalme aus Reis & Tapioca Mix
Ess­bare Trinkhalme 07/2021 - Auf Zuckerbasis
  • Sorbos Edible Straws Cinnamon Hauptbild
    Sorbos Edible Straws Cinnamon
  • Sorbos Edible Straws Neutral Hauptbild
    Sorbos Edible Straws Neutral

EU-Verbot von Einweg-Plastik

Trinkhalme gehören neben Getränkeflaschen, Watte­stäbchen und Plastiktüten zu dem Müll, der am häufigsten an europäischen Stränden gefunden wird. Aber damit dürfte es bald vorbei sein. Ab 3. Juli wird europaweit die von der EU 2019 verabschiedete Richt­linie umge­setzt, die bestimmte Einwegprodukte wie Plastikhalme verbietet – in Deutsch­land geschieht das durch die Einwegkunststoffverbotsverordnung.

Essbare Strohhalme im Test kaum schad­stoff­belastet

Mitt­lerweile gibt es jede Menge verschiedener Trinkröhr­chen. Einige der essbaren Alternativen hat die Stiftung Warentest im Labor untersucht. Drei sind aus Hartweizengrieß, einer aus Reis und Tapioka, zwei aus Zucker. Trinken lässt sich mit allen. Schad­stoffe fanden wir, wenn über­haupt, nur in sehr geringen bis geringen Mengen. Die fallen bei der Verzehr­menge eh kaum ins Gewicht. Die besten, essbaren Strohhalme im Test sind die auf Getreidebasis.

Unser Rat

Für den gesel­ligen Grill­abend oder Kinder­geburts­tag können essbare Trinkhalme einen Versuch Wert sein – nur nicht solche aus Zucker. Halme auf Getreidebasis haben im Test am ehesten über­zeugt. Auch wieder­verwend­bare Alternativen stehen zur Wahl (Alternativen zum Einweg-Plastikstrohhalm).

Stabilitäts­prüfung in Cola und Wasser

Wir haben mit kalter Cola und heißem Wasser gemessen, wie lange die Halme im Getränk durch­halten. Heißes macht ihnen schneller zu schaffen als Kaltes (Tabelle Essbare Trinkhalme). Am verläss­lichsten präsentieren sich die Röhr­chen aus Getreide, am instabilsten die Zucker-Strohhalme. Von The Q Life haben wir einen bunten Halm-Mix auf Stärkebasis geprüft: hergestellt aus Reis und Tapioka – Stärke aus der Maniokwurzel. Das Durch­halte­vermögen dieser Halme ist sehr ungleich (Stabilitätstest in Cola).

Tipp: Wie stabil zeigen sich essbaren Strohhalme in Cock­tails? Probieren Sie es doch mal aus mit unserem Rezept für drei Sommer-Cocktails.

Von kräftig süß bis röstig-knusp­rig

Alle Röhr­chen geben einen sehr leichten Geschmack an Wasser ab. Bei Getränken mit Eigen­geschmack dürfte das unbe­merkt bleiben. Doch wie schme­cken die essbaren Halme selbst? Die aus Zucker von Sorbos kräftig süß. Ein Röhr­chen entspricht mehr als zwei Stück Würfel­zucker. Das ist weder gut für die Zähne noch fürs tägliche Zucker­konto – absolut unnötig. Am gefäl­ligsten lassen sich die drei Getreide­produkte wegknabbern. Der Knusperhalm ist röstig-knusp­rig. Die Röhr­chen von Wisefood schme­cken nach kalter Makkaroni beziehungs­weise nach Pasta mit Apfel. Mit 7 Cent pro Stück sind sie die güns­tigsten im Test (Tabelle Essbare Trinkhalme). Wermuts­tropfen: Beide sind in Plastiktüten verpackt.

Strohhalme aus Glas und Metall

Abfall zu vermeiden und die Auswirkungen von Kunststoff auf die Umwelt zu verringern – darum geht es beim Verbot der Einweghalme. Essbare Trinkhalme landen bestenfalls im Magen statt im Müll. „Wann immer möglich sind als Alternative zu kurz­lebigen Einwegvarianten wieder­verwend­bare Produkte die beste Wahl“, sagt Sonia Grimminger vom Umwelt­bundes­amt. Die gibt es zum Beispiel aus Metall oder Glas (Alternativen zum Einweg-Plastikstrohhalm). „Die Faust­regel lautet: so häufig und lange wie möglich verwenden.“

Lange Nutzungs­dauer ökologisch vorteilhaft

Glas- und Metall­produkte erfordern zwar in der Herstellung mehr Energie als solche aus Kunststoff, mit jeder Nutzung reduziere sich aber die Belastung. „Wichtig ist vor allem, dass wieder­verwend­bare Verpackungen und Produkte tendenziell seltener in der Umwelt entsorgt werden“, so Grimminger. Das Verbot der Einweghalme ab Juli gilt übrigens für die Hersteller. Händler dürfen Lager­bestände noch abver­kaufen – damit die Halme nicht ungenutzt im Müll landen.

26.06.2021
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