Espresso­maschinen Selten Blei im Kaffee

12.12.2013
Espresso­maschinen - Selten Blei im Kaffee

Beim Entkalken von Voll­automaten und Sieb­trägern kann sich giftiges Blei lösen und in der Tasse landen. Eine entsprechende Meldung des Bundes­instituts für Risiko­bewertung hat viele Kaffee­trinker verunsichert. Die Stiftung Warentest hat darauf­hin die Maschinen des jüngsten Tests nachgetestet. Die gute Nach­richt: Die meisten Maschinen haben mit dem Schwer­metall kein Problem. Wichtig: Gründliches Spülen minimiert das Risiko.

Geräte gaben Blei nach Entkalkung ab

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Anfang Dezember drei Sieb­träger-Espresso­maschinen untersucht und fest­gestellt: Zwei von ihnen setzen Blei frei, insbesondere nach dem Entkalken. Offen­bar lösen säurehaltige Entkalkungs­mittel das Schwer­metall aus Bauteilen. Welche Modelle betroffen waren, gab das Institut nicht bekannt.

Vier von fünf Geräte sind unbe­lastet

Aus diesem Anlass haben die Tester der Stiftung Warentest die Maschinen des jüngsten Tests erneut geprüft. Vier Voll­automaten sowie ein Sieb­träger wurden nach Herstel­ler­angaben entkalkt und gespült, dann entnahmen die Prüfer je zwei Proben und untersuchten sie auf Blei. Die erste nach 15 Stunden Ruhe­zeit, die zweite nach einem weiteren Spülgang. Vier Maschinen waren unauffäl­lig: der Sieb­träger EC 330 S von De'Longhi sowie die Voll­automaten Jura Impressa C50, Krups EA 8258 und Philips Saeco Minuto One Touch HD8763. In Tests der letzten Jahre hatte die Stiftung Warentest in Kaffee­automaten kein Blei mehr gefunden und deshalb zuletzt auf eine Analyse verzichtet.

Alle Test­ergeb­nisse zu Kaffee­voll­automaten und Sieb­träger­maschinen finden Sie in unserem Kaffeevollautomaten-Test.

Ein Voll­automat sprengte den Grenz­wert

Einen Ausreißer gab es bei der Messung allerdings: Als Neugerät schwemmte der Voll­automat De’Longhi Ecam 25.457 nach dem Entkalken beim Test mit weichem Prüf­wasser fast fünf­zigmal so viel Blei in die Tasse wie für Trink­wasser zulässig – 490 statt maximal 10 Mikrogramm pro Liter. Die Prüfer wieder­holten die Analyse mit Leitungs­wasser und einer Maschine aus unserem Dauer­test, die bereits verkalkt war. Die erste Probe enthielt noch 20 Mikrogramm des Schwer­metalls. Nach einer zweiten Spülung konnte kein Blei mehr nachgewiesen werden. Blei ist ein Nervengift, das besonders für Ungeborene gefähr­lich ist. Es stört die Entwicklung des Gehirns. Bei Erwachsenen schädigt es Nieren und Herz-Kreis­lauf-System.

Tipp: Entkalken Sie Ihre Espresso­maschine nur, wenn es wirk­lich not­wendig ist – häufig wird der richtige Zeit­punkt vom Auto­maten ange­zeigt. Spülen Sie anschließend lieber ein Mal mehr. Eine zusätzliche Reinigung wird eventuell vorhandenes Blei beseitigen oder die Dosis zumindest stark minimieren.

12.12.2013
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