Espressomaschinen Test

Ob morgens, mittags oder nach getaner Arbeit: Dolce Vita in allen Varianten ist beliebt wie noch nie. Mit Spitzenespresso überzeugten im Test zwei Geräte, ein Siebträger und ein Vollautomat.

Die Idee kam der Verlagsangestellten in der Kaffeebar bei einem Glas Latte Macchiato. War­um nicht auch auf der Arbeit Espresso oder Cappuccino genießen? Ihre Kolleginnen waren begeistert. Gemeinsam kauften sie ein Portionsgerät, das Espresso Tasse für Tasse aus der Kapsel zubereitet. Seitdem treffen sich die Damen in der Mittagspause zum Kaffeeklatsch, jede mit ihrem Lieblingsgetränk in der Hand. Kapselmaschinen sind ideal, wenn es besonders schnell und bequem gehen soll. Oder wenn Fingerfertigkeit und Geduld fehlen für die vielen Handgriffe, die bei einem Siebträgergerät nötig sind. Der kleine Schwarze aus der Kapsel ist eine echte Alternative. Das Pulver steckt portionsweise in einer Aluminium- oder Kunststoffkapsel. Die wird in die Maschine gesteckt und landet nach dem Brühen meist automatisch in einem eingebauten Magazin.

Kapseln: Einfach, aber teuer

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So viel Müll steckt in einer Kaffeekapsel.

Kapseln gibt es abgestimmt auf den Gerätetyp und in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Entweder beim Nespressoclub (www.nespresso.com) für Modelle, die mit dem Nespressosystem funktionieren – im Test die Maschinen von Krups und Siemens. Oder bei Tchibo. Der Kaffeeröster bietet Marktführer Nespresso seit einigen Monaten die Stirn mit einem eigenen Kapselsystem. Tchibo Cafissimo ist für rund 100 Euro günstig zu haben, die Kaffeeportion kostet je nach Sorte zwischen 20 und 30 Cent. Nicht gerade wenig und nicht viel billiger als die Konkurrenz. Der Espresso mit feinporiger, hellbrauner Crema schmeckt auch ganz ordentlich, wenngleich nicht überragend. Der Espresso aus den Nespressoma­schinen lag den fünf Testtrinkern – alle professionelle Verkoster – etwas besser auf der Zunge. Die Portion Espresso kostet damit 31 bis 33 Cent. Der kleine Schwarze aus dem Siemens-Gerät überzeugte die Verkoster besonders. Lecker werden damit auch Cappuccino und andere Varianten mit Milch. Dank automatischem Aufschäumer lässt sich die Milch sogar direkt in die Tasse schäumen. Sie wird fest und satt mit feinen Bläschen, ganz so, wie Milchschaum sein soll. Schade nur, dass die Siemens-Maschine heißes Wasser verspritzt, wenn man nicht aufpasst.

Siebträger: Handarbeit

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Vorsicht: Aus dem leicht geöffneten Brühkopf der Siemens TK 50 NO 1 spritzt heißes Wasser.

Für echte Fans kommt ein Kapselgerät nicht infrage. Statt Kapselmüll zu produzieren, wollen sie lieber experimentieren, um das Beste aus der Bohne her­auszulo­cken. Gerade bei Siebträgergeräten ist viel Hingabe erforderlich. Das ist Handarbeit pur: Pulver mahlen und abmessen, andrücken, Filterträger einspannen, anschalten. Dann den Wasserfluss stoppen, wenn die gewünschte Menge verheißungsvoll in der Tasse duftet und obendrauf das Schaumhäubchen aus feinporiger, brauner Crema thront.

Die Crema besteht aus Öl- und Fettstoffen und sorgt dafür, dass sich die vielen Aromastoffe aus der Bohne nicht so schnell verflüchtigen. Im Idealfall ist sie so beständig, dass aufgestreuter Zucker einige Sekunden lang nicht untergeht. Nach dem Genuss muss man das heiße, ausgelaugte Pulver aus dem Sieb entfernen und alles wieder sauber machen. Erst dann ist die Maschine bereit für den nächsten Koffeinstoß. Dem Kollegenteam war das alles viel zu kompliziert fürs Büro.

Übung macht hier also den Meister. Doch es lohnt sich. Espresso aus dem Siebträger ist mit etwa 20 Cent pro Tasse nicht nur deutlich billiger als aus der Kapsel. Er schmeckt oft auch besser, fließt dünn und gleichmäßig in die Tasse – „wie ein Mauseschwänzchen“, sagt der Kenner. Vor­ausgesetzt, Mahlgrad, Pulverdichte, Temperatur und Wasserdruck stimmen. „Gute“ Siebträgergeräte sind schon ab 110 Euro zu haben. Spitzenespresso mit perfekter Crema lieferte im Test Saeco Aroma Chrom, für 260 Euro nicht einmal der teuerste Siebträger dieser Auswahl.

Vollautomaten: Komfortabel

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Milchschaum aus der Düse.

Fummelige Handarbeit ist bei einem Vollautomaten überflüssig. Richtig programmiert, läuft automatisch heißes Wasser druckvoll durch ein feines Sieb voller Kaffeemehl. Die Mühle liefert das Pulver, die Pumpe sorgt für den Druck. Dank Frischwassertank und Stand-by-Funktion sind die Geräte jederzeit betriebsbereit. Selbst Spülen, Reinigen und Entkalken – auch das läuft automatisch ab. Dennoch kann gerade das Entkalken nerven. Bei den Automaten von Jura und AEG muss man dabei ständig Kommandos ausführen.

Jura Impressa F70: Bester Espresso

Der Lohn ist richtig leckerer Espresso. Die Jura Impressa F70 beeindruckte mit dem einzigen „sehr guten“ im Test. Cappuccino-Fans kommen mit dem Milchschaum aus der AEG-CaFamosa voll auf ihre Kosten. Die Kolleginnen aus dem Verlag wollten trotzdem keinen Vollautomaten. Die Preise sind ihnen zu hoch.

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