Espressomaschine von Aldi Schnelltest

Aldi bietet eine Espressomaschine für 50 Euro an. Die bloßen Fakten versprechen ordentlichen Espresso: 15 bar Pumpdruck und 1 100 Watt. Das Wasser für Kaffee und Dampf erhitzen zwei unterschiedliche Thermostate. Cappuccino könnte auch mit der Maschine gelingen. Auf dem Kopf der schwenkbaren Düse sitzt eine Aufschäumhilfe. Ob Espresso und Cappuccino wirklich so rauskommt, wie es die Fakten versprechen, zeigt der Schnelltest.

Übung macht den Espresso

Der Umgang mit Siebträgermaschinen will gelernt sein. So ist es auch bei dieser Espressomaschine von Aldi. Die Zubereitung des Kaffees erfordert einige Übung bis der Espresso rauskommt, wie er sein sollte. Das fängt bei der Quigg von Aldi mit der Menge des Espressopulvers an. Normalerweise gilt als Richtlinie und so auch in der Anleitung angegeben: 7 Gramm pro Tasse. Die passen aber gar nicht in das Sieb. Auch nicht die doppelte Menge ins Zwei-Tassen-Sieb. Wer versucht, dies zu tun, scheitert an zwei Dingen: Zum einen lässt sich das Pulver nicht richtig fest mit dem Stopfer anpressen, weil die Maschine dann ankippt. Und zum anderen empfiehlt die Gebrauchsanleitung, das Pulver nicht zu stark festzudrücken.

Langer Fall bis in die Tasse

Früher oder später kriegt jeder den Dreh raus, wieviel Pulver rein soll, damit das gewünschte Aroma stimmt. Und dann sieht das Ergebnis nicht schlecht aus. Die Quigg macht einen ordentlichen Espresso. Der Geschmack ist typisch, die Crema noch akzeptabel. Die Maschine brüht das Wasser vorher ziemlich heiß auf und es läuft auch relativ schnell durch. Aus einem scheinbaren Vorteil wird schnell ein Nachteil: Der Abstand zwischen der Öffnung, aus der der Espresso läuft, und dem Tropfgitter beträgt neun Zentimeter. Dadurch passen zwar auch große Tassen unter die Öffnung. Da aber die Flüssigkeit lange unterwegs ist, wenn kleine Espressotassen drunter stehen, muss deren Position meist korrigiert werden, damit nichts vorbeiläuft. Unten angekommen ist der Espresso dennoch heiß genug, wenn die Tassen vorgewärmt sind.

Irritationen beim Drehen

Der Umgang mit der Quigg ist nicht immer flüssig. Was zum Beispiel irritiert, ist der Funktionsschalter. Dessen Bedienung ist nicht intuitiv: Der Bediener muss nicht den Schalterhebel selbst auf die angezeigte Position drehen, sondern die kleine Kerbe, die auf dem Schalter eingelassen ist. Diese Methode ist unüblich. Es ist schwierig, sich an sie zu gewöhnen. Auch sind die Markierungen am Funktionsschalter nicht eindeutig und die Farben der Beleuchtung verwirren.

Milchschaum fällt zusammen

Die Schwierigkeiten bei der Handhabung gibts auch beim Zubereiten von Milchschaum. Der Hersteller hat die Aufschaumdüse recht eng an die Maschine montiert. Der Dampfrüssel ist kurz. Das so genannte Cappuccino-System hält nicht, was es verspricht. Der Schaum ist nicht sehr beständig. Er fällt relativ schnell in sich zusammen. Nach dem Aufschäumen muss der Cappuccino-Trinker den Plastikkopf der Düse abschrauben, um ihn zu spülen. Ebenso ist es erforderlich die Maschine mit einem Drehknopf zu entlüften. Auch hier eine missverständliche Anzeige: Die Beleuchtung zeigt nach dem Aufschäumen an, dass die Maschine betriebsbereit ist, obwohl sie noch entlüftet werden muss.

Reinigung macht viel Arbeit

Wer Espresso oder Cappuccino zubereitet, muss die Maschine auch reinigen. Ganz einfach ist auch dies beim Aldi-Gerät nicht. Der Espressokuchen lässt sich durch Ausklopfen kaum entfernen. Ein Auskratzen ist notwendig. Die Reinigung ist auch recht aufwändig: das Gerät hat viele Ecken und Kanten. Übrigens gab es noch eine Enttäuschung: Bei einer der gekauften Maschinen fehlte sämtliches Zubehör.

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