Espressokaffee Test

Samtig soll er schmecken, würzig und rund. Bitter und sauer halten sich die Waage. Der Kaffee trägt eine Krone aus feinem Schaum: rötlich bis haselnussfarben mit dunkelbraunen Streifen. Espresso ist Kult. Sein Duft erinnert an Blumen, Obst, Toast und Schokolade. Doch nicht jeder Espresso ist tatsächlich Genuss. Im Test: 30 Espressokaffees. test.de zeigt die besten Bohnen, Pulver und Pads.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test Espressobohnen.

25 Sekunden pro Tasse

Man nehme sieben Gramm fein gemahlenen Espressokaffee und brühe ihn unter 9 bar Druck mit 90 Grad heißem Wasser auf. Der ganze Vorgang sollte in 25 bis 30 Sekunden abgeschlossen sein. Dauert es länger, bekommt der Kaffee einen holzigen Geschmack, ist das Wasser zu heiß, schmeckt der Espresso verbrannt. So beschreiben Kaffeeexperten das Rezept für guten Espresso. Die schnelle Zubereitung unter Druck löst die Aromastoffe, lässt viele Bitter- und Gerbstoffe dagegen im Kaffeesatz. Eine besondere Bohnenmischung - speziell für Espresso geröstet - sorgt für den typischen Geschmack. Die Stiftung Warentest hat 30 Espressokaffees getestet.

Testsieger aus Norditalien

Den besten Espresso macht illy. Ob ganze Bohnen, Kaffeepulver oder Pads, die Produkte des Triester Traditionsrösters sind erste Wahl. Gute Pads, gute Bohnen und sogar sehr gutes Kaffeemehl. Der Testsieger heißt illy Espresso caffe macinato. Die gemahlenen Bohnen sind perfekt in Crema und Geschmack. Doch Qualität hat ihren Preis. Der illy-Kaffee ist mit der teuerste im Test. Ein Pfund kostet etwa 15 Euro – eine Tasse damit 21 Cent. Gut und billig sind die Espressokaffees von Rewe (Barocco) und Penny (Magico). Preis für ein Pfund jeweils sechs Euro – eine Tasse kostet 8 Cent.

Die Mischung macht den Geschmack

Rewe und Penny komponieren ihren Espresso aus Arabica- und Robustabohnen. Der Traditionsröster illy setzt – wie die meisten italienischen Röster im Test – ausschließlich Arabicabohnen ein. Diese Kaffeesorte ist für ihr feines Aroma bekannt. Robustabohnen enthalten mehr Koffein. Sie sind billiger und ertragreicher – gelten aber als weniger edel. Dafür unterstützen Robustabohnen die Bildung der Crema – jenes feinen Schaums aus Ölen und Aromastoffen, der den Espresso krönt. Ob Arabica oder Robusta: Espresso wird meist aus Bohnen ganz unterschiedlicher Herkunft gemischt. Erst diese Mischung ergibt den Geschmack.

Länger geröstet

Espresso und Kaffee werden aus denselben Bohnen gemacht. Für den Espresso werden die Bohnen jedoch länger geröstet. Dabei geht Säure verloren. Italiener bevorzugen oft dunkle Röstungen für einen starken Kaffee. Mittel gerösteter Espresso kommt dagegen milder daher. Testsieger illy bietet beide Varianten an. Die deutschen Traditionsröster Jacobs und Tchibo konnten dagegen nicht voll überzeugen. Die Espressopads der beiden Branchenriesen liefern wenig typischen Espresso. Bei Tchibo erinnert der Espresso an durchschnittlichen Filterkaffee, bei Jacobs stören ein starker Röstton und eine bittere Note. Tchibo bietet mit Espresso gusto originale aber immerhin eine gute Espressobohne an.

Gemüsebrühe ohne Crema

Kenner bereiten Ihren Espresso stets mit frisch gemahlenen Bohnen zu. Die Vollautomaten haben dazu eine Mühle an Bord. Der Grund: Gemahlener Kaffee verliert sehr schnell an Aroma. Sauerstoff ist Gift für den Kaffee. Außerdem muss die Espressomaschine eigentlich permanent laufen. Nur dann haben Maschine, Tassen und Kaffee die richtige Temperatur. Wem das alles zu aufwändig ist, der geht am besten ins Cafe. Instantpulver ist keine Alternative. Die Tester probierten Getränkepulver von Jacobs, Nescafé und Poccino. Sie erinnern eher an Gemüsebrühe und es fehlt die Crema, so das vernichtende Urteil der Experten.

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