Schwere Unfälle sind längst nicht das einzige Risiko. Hektik, Leistungsdruck und Stress zerren an den Nerven. Immer häufiger schaffen es Berufstätige nicht bis zur Rente. Gleichzeitig gibts bei Erwerbsunfähigkeit immer weniger Geld vom Staat. Private Vorsorge tut Not. Am besten ist eine gute Berufsunfähigkeits-Versicherung. Doch für viele ist dieser Schutz unerreichbar. Beispiel Studenten, Auszubildende, Hausfrauen und -männer: ohne Berufstätigkeit gibts bei einigen Gesellschaften keine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Beispiel Dachdecker, Musiker und Fotografen: Sie blitzen meist ab, weil den Versicherern das Berufsrisiko zu hoch ist. Die Alternative heißt Erwerbsunfähigkeits-Versicherung. Sie sorgt für finanzielle Sicherheit, wenn der Versicherte gar nicht mehr arbeiten kann. Finanztest hat 23 Angebote getestet.

Rente für den Notfall

Der preiswerteste Schutz für den schlimmsten Fall kommt in der Regel als Kombination aus Risikolebens- und Erwerbsunfähigkeits-Zusatzversicherung daher. Wenn der Versicherte stirbt, erhalten seine Angehörigen die Versicherungssumme. Bei Erwerbsunfähigkeit zahlen die Gesellschaften eine Rente. Soweit die Gemeinsamkeiten der Angebote. Bei Preis, Leistung und Qualität gibts erhebliche Unterschiede.

Bedingungen im Vergleich

Wichtigstes Kriterium: die Versicherungsbedingungen. Testsieger Mannheimer etwa zahlt rückwirkend ab Eintritt der Erwerbsunfähigkeit, wobei bis zu drei Stunden Beschäftigung pro Tag erlaubt bleiben. Bei der Hamburger Leben dagegen kann sich die Rentenzahlung bei verspäteter Meldung der Erwerbsunfähigkeit verzögern. Der Versicherte darf noch dazu höchstens sieben Stunden pro Woche tätig sein, ohne die Auszahlung der Erwerbsunfähigkeitsrente zu gefährden.

Suche nach Klarheit

Ebenfalls wichtig: die Gestaltung des Antragsformulars. Wer bei Vertragsschluss die Fragen zur Person falsch beantwortet, läuft Gefahr, im Ernstfall ohne Schutz dazustehen. Das müssen die Versicherungen ihren Kunden klar und deutlich sagen. Außerdem sollten die Fragen präzise und unmissverständlich formuliert sein, damit falsche oder ungenaue Antworten nicht zu einem nutzlosen Vertrag führen. Am besten gelang das Asstel, R + V und LVM: An ihren Antragsformularen gab es nichts auszusetzen.

Preisfrage erst ganz am Ende

Schließlich die Preisfrage: Die Unterschiede bei den Angeboten im Test waren groß. Dennoch gilt: Wichtiger als ein geringer Beitrag ist guter Schutz. Vor allem Berufstätige mit gefährlichem Job und Vorerkrankungen sollten unbedingt mehrere Angebote einholen, um möglichst wenigstens ein Angebot mit uneingeschränktem Schutz zu erhalten. Erst wenn mehrere Angebote mit akzeptablen Bedingungen vorliegen, macht der Preisvergleich Sinn.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1895 Nutzer finden das hilfreich.