Empfänger einer Erwerbsminderungsrente, deren Rentenbescheid mehr als einen Monat zurückliegt, haben ab Mai 2007 weniger Rechte. Zahlt ihr Rentenversicherer bisher zu wenig aus, weil er eine Regel falsch auslegt, und wird das durch ein höchstrichterliches Urteil gekippt, können sie künftig mehr Rente bekommen, aber keine Nachzahlung. So steht es im Gesetz zur Rente mit 67.

Strittig sind beispielsweise die Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten von 10,8 Prozent bei unter 60-Jährigen. Kippt diese Regel, bekämen Betroffene nur künftig eine ungekürzte Rente. Einmal hat das Bundessozialgericht den Abschlag für unberechtigt erklärt (Az. B 4 RA 22/05 R). Das Urteil wird von den Rentenversicherern als Einzelfall angesehen, es könnten aber weitere Verfahren folgen.

Nur ein Widerspruch gegen den Rentenbescheid sichert auch künftig eine Nachzahlung. Er muss binnen eines Monats nach Zugang des Bescheids eingereicht sein.

Bei schlicht falsch errechneten Rentenbescheiden zahlt der Träger übrigens auch weiterhin bis zu vier Jahre nach, selbst wenn der Fehler erst irgendwann einmal auffällt.

Tipp: Sofern Sie eine Erwerbsminderungsrente beantragt haben und jünger als 60 Jahre alt sind, sollten Sie vorsorglich Widerspruch einlegen, sobald Ihr Bescheid vorliegt.

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