Check­liste: Schritt für Schritt zur Erwerbs­minderungs­rente

Nur etwa jeder zweite Antrag auf Erwerbs­minderungs­rente hat Erfolg. Ihre Chancen steigen, wenn Sie sich gut vorbereiten.

  • Sozial­verband. Werden Sie Mitglied in einem Sozial­verband, zum Beispiel dem VdK oder dem SoVD. Sie finden dort kompetente Beratung und recht­lichen Beistand und können sich beim Vorbereiten und Ausfüllen des Renten­antrags helfen lassen. Auch Gewerk­schaften unterstützen ihre Mitglieder in Sozial­rechts­fragen.
  • Kontenklärung. Stellen Sie bei der Renten­versicherung einen Antrag auf Kontenklärung. Falls nicht alle Zeiten berück­sichtigt sind, für die Ihnen Renten­ansprüche zustehen, sorgen Sie dafür, dass Ihr Versicherungs­verlauf vervoll­ständigt wird. Unter www.deutsche-rentenversicherung.de finden Sie die für Sie zuständige Stelle sowie Beratungs­stellen in Ihrer Nähe.
  • Kranken­geschichte. Arbeiten Sie Ihre Kranken­geschichte lückenlos und nach­voll­zieh­bar aus. Führen Sie den Krank­heits­verlauf und alle wichtigen Behand­lungs­schritte wie Operationen und Rehamaß­nahmen tabellarisch nach Datum sortiert auf. Verweisen Sie auf die zu jedem Punkt gehörenden Arztatteste, Klinik­entlassungs­berichte und sons­tigen Dokumente und fügen Sie diese bei. Geben Sie aber möglichst keine Originaldokumente aus der Hand, sondern nur Kopien. Wenn es erforderlich ist, ein Original einzureichen, machen Sie sich vorher eine Kopie für Ihre Unterlagen zuhause.
  • Antrag. Gehen Sie spätestens jetzt zum Sozial­verband und lassen Sie sich beim Vervoll­ständigen der Unterlagen und beim Ausfüllen des Antrags helfen. Neben dem ärzt­lichen Attest benötigen Sie eine Reihe weiterer Unterlagen, zum Beispiel Ihre Geburts­urkunde oder Nach­weise über Ihre Ausbildungs­zeiten. Helfen können Ihnen auch die Versichertenberater der Renten­versicherung.
  • Über­gangs­zeit. Während des Renten­verfahrens haben Sie in aller Regel Anspruch auf Lohn oder Krankengeld. Endet Ihr Krankengeld­anspruch, melden Sie sich – auch bei fort­bestehendem Arbeits­verhältnis – bei Ihrer Arbeits­agentur. Es kann sein, dass Sie bis zur Entscheidung des Renten­versicherers Anspruch auf Arbeits­losengeld haben.
  • Bescheid. Wenn Sie den Bescheid vom Renten­versicherungs­träger erhalten, prüfen Sie ihn sofort zusammen mit dem Sozial­verband oder Ihrem Anwalt. Wird Ihr Antrag abge­lehnt oder nur die halbe statt der vollen Rente bewil­ligt, haben Sie einen Monat Zeit für den Wider­spruch.
  • Wider­spruch. Schi­cken Sie den Wider­spruch recht­zeitig ab, die ausführ­liche Begründung und weitere Unterlagen können Sie nach­reichen. Haben Sie eine Rechts­schutz­versicherung, in der Sozial­rechts­schutz enthalten ist? Dann holen Sie eine Kosten­deckungs­zusage für recht­liche Hilfe ein.
  • Akten­einsicht. Bevor Sie mit Ihrem Rechts­beistand die Wider­spruchs­begründung anfertigen, beantragen Sie Einsicht in die entscheidungs­erheblichen Unterlagen. Das sind zum Beispiel medizi­nische Gutachten, die im Auftrag der Renten­versicherung erstellt wurden.

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