Erwachsene Kinder Meldung

Mütter und Väter aufgepasst: Unter bestimmten Umständen ist eine verlängerte Auszahlung des Kinder­gelds möglich. Das ist die Folge einer Reihe von aktuellen Gerichts­urteilen. Viele Eltern können von den Urteilen profitieren. test.de informiert.

Duales Studium

Bis zum Ende eines dualen Studiums sprach das Finanzge­richt Münster den Klägern Kinder­geld für ihren Sohn zu. Der Sohn machte eine Ausbildung zum Steuerfach­angestellten und gleich­zeitig seinen Bachelor an der Uni. Nach der Prüfung zum Steuerfach­angestellten arbeitete der Student bis zum erfolg­reichen Hoch­schul­examen mehr als 20 Stunden pro Woche in einer Kanzlei. Die Familien­kasse strich deshalb das Kinder­geld. Das ist nach dem ersten Studium oder der ersten Berufs­ausbildung erlaubt. Für die Richter war die Lehre zum Steuerfach­angestellten und das Bachelor­studium aber eine zusammenhängende Ausbildung. Das Verfahren könnte noch beim Bundes­finanzhof weitergehen. Die Familien­kasse hat dort Nicht­zulassungs­beschwerde einge­legt (Az. 2 K 2949/12).

Zivil­dienst

Der Bundes­finanzhof entschied: Auch wenn es während des Zivil­dienstes Kinder­geld gab, weil der Sohn des Klägers zur selben Zeit im Fach­bereich Mathematik immatrikuliert war und danach ein Studium der Physik begann, darf die Familien­kasse die Leistung ab dem 25. Lebens­jahr nicht streichen. Sie muss länger zahlen, wenn Jugend­liche noch in Ausbildung sind. Der Zeitraum verlängere sich um die Dauer des Zivil­dienstes (Az. XI R 12/12).

Mutter­schutz

Geht es nach dem Bundes­finanzhof, können Eltern für Töchter im Mutter­schutz auch dann Kinder­geld bean­spruchen, wenn diese ihre Suche nach einem Ausbildungs­platz unter­brechen. Daran ändere sich auch nichts, wenn sie die Bemühungen um einen Ausbildungs­platz nach dem Ende der Mutter­schutz­frist nicht mehr fortsetzen (Az. III R 58/12).

Tipp: Ein Einspruch gegen den Kinder­geld­bescheid lohnt sich für Sie, wenn die Familien­kasse in vergleich­baren Fällen ungüns­tiger entscheidet als die Finanz­richter. Dann sollten Sie sich binnen eines Monats wehren und auf die neuesten Urteile der Finanzge­richte verweisen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 7 Nutzer finden das hilfreich.