Erste Tätig­keits­stätte Meldung

Auch Piloten haben eine erste Tätig­keits­stätte, selbst wenn sie die meiste Zeit unterwegs sind.

Seit 2014 aus der „regel­mäßigen Arbeits­stätte“ die „erste Tätig­keits­stätte“ wurde, wird vor Finanzge­richten (FG) gestritten. Schließ­lich geht es oft um viel Geld: Bei ständig wechselnden Einsatz­orten lassen sich Reise- und Verpflegungs­kosten als Dienst­reise­kosten abrechnen. Hat jemand aber eine erste – also einzige oder haupt­sächliche – Tätig­keits­stätte, kann er nur die Entfernungs­pauschale für den einfachen Arbeitsweg absetzen.

In zwei aktuellen Fällen hatten eine Kopilotin und ein Polizist geklagt. Beide sind viel unterwegs – sie fliegt regel­mäßig, er ist auf Streife – und wollten dafür Reise- und Verpflegungs­kosten angeben. Die Finanzge­richte entschieden anders: Heimatflughafen (FG Hamburg, Az. 6 K 20/16) und Polizei­revier (FG Nieder­sachsen, Az. 2 K 168/16) werteten die Finanz­richter als erste Tätig­keits­stätte. Für diese Fahrten zur Arbeit gibt es für den einfachen Weg 30 Cent pro Kilo­meter. Die Pilotin will sich damit nicht abfinden und legte dagegen Revision ein. Der Fall geht nun zum Bundes­finanzhof (Az. VI R 40/16).

Grund­sätzlich kann der Arbeit­geber Streit vermeiden, indem er klar eine erste Tätig­keits­stätte definiert, bei der sich Mitarbeiter einfinden müssen.

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