Erste Hilfe bei Verbrennungen Meldung

Jedes Jahr endet die Grill­party für mehr als 4 000 Menschen mit Brandver­letzungen. Schnelle Hilfe ist da ganz wichtig.

Stichflammen und Verpuffungen, die beim leichtsinnigen Spiel mit dem Feuer entstehen, verursachen beim Grillen immer wieder schwerste Verbrennungen im Gesicht und am Hals, an Armen und Händen – bei den Akteuren selbst und auch bei Umstehenden. Besonders für Kinder – auf Augenhöhe mit dem Grill – kann die Schaulust gefährlich werden. Der Chefarzt der Kinderchirurgischen Abteilung des Krankenhauses München-Schwabing, Professor Frank Höpner, schätzt, dass etwa 2 000 Kinder jährlich beim Grillen Verbrennungen erleiden. Etwa 500 von ihnen benötigen eine längere intensivmedizinische Behandlung.

Nicht nur das persönliche Leid der Verletzten ist groß. Bei einer Analyse von rund 100 Grill-Brandverletzten am Krankenhaus München-Bogenhausen – zu 80 Prozent übrigens Männer – zeigte sich, dass für jeden Schwerverletzten mit Behandlungskosten von etwa 150 000 bis 180 000 Euro zu rechnen ist.

Verbrennungen gehören zu den schmerzhaftesten und schwerwiegendsten Verletzungen. Sie schädigen die Haut und tiefer liegende Gewebeschichten schwer und können negative Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Sind mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche geschädigt, besteht akute Lebensgefahr. Aber auch Verbrennungen geringeren Ausmaßes, besonders im Gesicht und an den Händen, können gravierende Folgen haben. Hier ist schnelle Hilfe von entscheidender Bedeutung.

Brennende Personen müssen Sie sofort löschen. Wichtig ist, sie am Weglaufen zu hindern, damit die Flammen nicht weiter angefacht werden. Flammen mit einer Decke ersticken, den Betroffenen auf dem Boden wälzen, mit Wasser übergießen oder einen Feuerlöscher benutzen – aber nicht auf das Gesicht richten.

Brandwunden kühlen. Übergießen Sie verbrannte Körperteile sofort mit kaltem Wasser, halten Sie sie unter fließendes Wasser oder tauchen Sie sie so lange in kaltes Wasser, bis die Schmerzen nachlassen – mindestens 10 bis 15 Minuten. Sie können auch andere Flüssigkeiten, zum Beispiel kalte Getränke, zum Kühlen benutzen. Im Gesicht kann mit feuchten Tüchern gekühlt werden, wobei die Atemwege immer frei sein müssen.

Spätestens jetzt den Rettungsdienst anrufen. Nach der Kaltwasserbehandlung die Brandwunden wegen der Infektionsgefahr mit einem sterilen Verbandtuch (aus dem Kfz-Verbandkasten) abdecken. Besonders gut eignet sich ein Brandwundverband mit einer aluminiumbedampften Seite – er verhindert das Festkleben. Bei Kältegefühl den Verletzten in warme Decken oder eine Rettungsdecke aus dem Kfz-Verbandkasten einschlagen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Decke nicht auf die Brandwunden drückt. Bei schweren, großflächigen Verbrennungen und bei Gesichtsverbrennungen sind Atem- und Kreislaufstörungen zu erwarten. Beobachten Sie deshalb ständig Atmung und Kreislauf.

Durch sofortige und sachgerechte erste Hilfe – insbesondere die Kaltwasserbehandlung – tragen Sie dazu bei, Organschäden zu vermeiden.

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