Defibrallation: Heilsamer Schock

Die Defibrillation ist die einzig wirksame Behandlung des Kammerflimmerns: Meist infolge eines Herzinfarkts beginnen die feinen Fäserchen des Herzmuskels chaotisch zu zucken, anstatt rhythmisch zu "schlagen" - das Herz kann kein Blut mehr pumpen, das Gehirn wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, innerhalb von Sekunden wird der Betroffene bewusstlos, die Atmung setzt aus. Mit jeder Minute verringert sich die Überlebenschance um zehn Prozent. Bereits nach drei bis fünf Minuten treten bleibende Hirnschäden auf. Nur ein rechtzeitiger Stromstoß mittels Defibrillator kann das Kammerflimmern beseitigen und das Herz in seinen normalen Rhythmus zurückführen.

Grundsätzlich darf aus rechtlichen Gründen nur ein Arzt eine Defibrillation vornehmen. Er muss zuvor ein EKG des Patienten auswerten. Automatisierte Defibrillatoren, die vor einigen Jahren entwickelt wurden, ermitteln jedoch selbstständig die Herzfunktion des Patienten anhand eines EKG und dürfen auch von Nichtärzten bedient werden, zum Beispiel Sanitätern. In der Münchner U-Bahn haben jetzt sogar Passanten Zugriff darauf.

Bei automatisierten Geräten muss der Helfer zwei Elektroden am Brustkorb des Opfers aufbringen - auf einer Zeichnung ist die richtige Stelle markiert. Nur wenn das Gerät Kammerflimmern analysiert, kann ein Stromstoß ausgelöst werden. Dies verhindert, dass ein versehentlich ausgelöster Schock dem Patienten Schaden zufügt. Sprach- und Displayanweisungen führen durch die Behandlung. Alle Aktionen werden vom Gerät aufgezeichnet, um sie später auszuwerten.

Während der EKG-Analyse und Schockabgabe darf der Helfer den Patienten nicht berühren, da der Strom sonst auf ihn überspringt. Auch bei nassem Untergrund kann das möglich sein. Für den Patienten besteht die größte Gefahr darin, dass die Elektroden falsch angebracht sind und die Aktion deshalb wirkungslos bleibt.

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