Erneut gefährliche Chemikalien Meldung

Erneut hat das test-Labor gefährliche Chemikalien gefunden. Diesmal war tchibo.de der Lieferant. Eine test-Leserin hatte dort ein Schmuckkästchen für 7,99 Euro und ein Set aus drei Accessoire-Boxen für 14,99 Euro bestellt. Weil die Produkte einen penetranten Gestank verbreiteten, informierte sie die Stiftung Warentest. Tatsächlich entdeckte das test-Labor beträchtliche Mengen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher. Akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Langfristig jedoch wirken die Chemikalien krebserregend und fruchtschädigend.

Krebsgefahr im Kunststoff

Bei den beigefarbenen Accessoire-Boxen stießen die Messgeräte vor allem auf das zu den PAK zählenden Naphthalin (53 Milligramm je Kilogramm) und auf die Weichmacher Diisobutylphthalat (11,7 Gramm je Kilogramm) und Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP, 19,0 Gramm je Kilogramm). Das Schmuckkästchen ist mit 4,7 Milligramm Naphthalin je Kilogramm und 48 Milligramm Triphenylphosphat (TPhP) je Kilogramm weniger stark belastet. Verbindliche Grenzwerte für diese Chemikalien gibt es - noch jedenfalls - nicht. Wie gefährlich sie genau sind, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Fest steht, dass sie zumindest unter bestimmten Bedingungen Krebs erzeugen können. Möglich sind außerdem Missbildungen bei Neugeborenen und Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit. PAKs und Weichmacher können außerdem über die Haut in den Organismus übergehen und dort zu Schäden führen.

Unnötiges Risiko

Auch ohne die Gefahr akuter Gesundheitsschäden rät die Stiftung Warentest, Produkte mit Weichmachern und PAK zu meiden. Die Chemikalien sind ein unnötiges Risiko. Die Produkte lassen sich auch ohne Einsatz gefährlicher Chemikalien herstellen. Vor allem in Billigwerkzeug hatte das test-Labor in den vergangenen Monaten PAK und Weichmacher in besorgniserregenden Mengen gefunden.

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