Erneut Rückruf bei Kik-Textildiscount Meldung

Nur wenige Tage nach einer Warnung vor belastetem Kinderspielzeug gerät Kik-Textildiscount erneut in die Schlagzeilen: Das Unternehmen ruft Bio-Pantoletten für Damen zurück. Sie sind offenbar mit DMF belastet. test.de informiert.

Risiko für die Haut

Diesmal betroffen: Bio-Pantoletten der Marke „Hotline Fashion“ für Damen. Kik verkaufte sie für 8,49 Euro. Belastet sind sie Informationen von cleankids.de zu Folge mit dem verbotenen Biozid Dimethylfumarat (DMF). Hersteller vor allem von Schuhen und Möbel haben die Chemikalie früher häufig verwendet, um den Befall ihrer Produkte mit Schimmelpilzen zu verhindern. Bereits seit 1998 darf DMF in der Europäischen Union (EU) nicht verwendet werden. Seit Mai 2009 müssen auch Importprodukte frei von DMF sein, nachdem sich Berichte über Hautreizungen und allergische Reaktionen gehäuft hatten.

Kik schweigt

Erneut gibt es kaum Informationen zum Rückruf. test.de-Fragen zum Rückruf beantwortete Kik zunächst nicht. Unklar blieb, wie lange die Pantoletten bereits im Angebot waren und wie viele Paare Kik verkauft hat. Auch ein Produktfoto stellte das Unternehmen nicht zur Verfügung. Immerhin: Presseberichten ist zu entnehmen, dass betroffene Verbraucher die Pantoletten zu Kik zurück bringen können und den Kaufpreis erstattet bekommen.

Grenzwert deutlich überschritten

Informationen erhielt test.de bisher nur von der Gewerbeaufsicht des Kreises Unna. Der Kreis Unna hat den Rückruf der Bio-Pantoffeln am 27. April veranlasst, nachdem die Landesuntersuchungsanstalt Koblenz das verbotenen Biozid DMF nachgewiesen hatte. Die Pantoffeln enthalten demnach bis zu 1,3 Milligramm DMF pro Kilogramm Material. Der zulässige Grenzwert liegt bei nur 0,1 Milligramm.

Kik unter Verdacht

Kik-Rückrufe sind inzwischen zum Politikum geworden. cleankids.de registrierte allein in diesem Jahr bereits 13 Fälle, in denen Kik Produkte anbot, die mit Schadstoffen belastet oder sonst gefährlich waren. Bereits im vergangenen Jahr verhängte das Amtsgericht Dortmund ein Bußgeld in Höhe von 35 000 Euro wegen Verstößen gegen das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz. Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Kik-Verantwortlichen sogar wegen des Verdachts auf strafbare Unregelmäßigkeiten.

Ministerium verhandelt

Noch am vergangenen Freitag konferierten Vertreter des für die Gewerbeaufsicht zuständigen Kreises Unna, des Verbraucherschutzministeriums in Düsseldorf und von Kik über die Häufung von Problemen. Was genau dabei herauskam, wollte Ministeriumssprecher Stephan Malessa nicht verraten. „Das Umweltministerium hat sich mit der Firma Kik auf mehrere Maßnahmen geeinigt, deren Umsetzung dazu beitragen wird, künftig die Zahl an stofflichen Beanstandungen zu reduzieren“, formulierte er test.de gegenüber lediglich.

[Update 10.05.2010] Inzwischen hat Kik selbst Informationen zum Rückruf veröffentlicht. Hier: www.kik-textilien.com/at/service/kundeninfo.

[Update 12.05.2010] Kik hat die Fragen von test.de gestern Abend beantwortet und ein Produktfoto (siehe oben) geliefert. Die vom Rückruf betroffenen Pantoletten kamen im Dezember 2009 in die Läden. Kik verkaufte rund 22 000 Paare, bis das Unternehmen den Verkauf wegen der DMF-Belastung stoppte. Fragen zum Rückruf beantwortet Kik unter der österreichischen Rufnummer 00 43-28 00 59 60.

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