test Kommentar: 9 Bücher auf einen Blick

Ernährungskonzepte Test

Fünf-Elemente-Küche

Marianne Lang, Südwest Verlag, München 1999, 96 Seiten, 9,95 Euro.

Die fünf Elemente Holz, Feuer, Wasser, Metall und Erde spielen in dieser altchinesischen, am Zen-Buddhismus (Yin und Yang) orientierten „Küche“die Hauptrolle. Jedem der Elemente sind unterschiedliche Lebensmittel, Geschmacksrichtungen, Farben, Jahreszeiten, vor allem aber Wirkungen auf bestimmte Körperorgane zugeordnet. Durch gezielte typ- und stimmungsgerechte Auswahl und Kombination der Nahrung soll jeder Einzelne sein körperliches und seelisches Wohlbefinden steigern.

test Kommentar: Naturwissenschaftlich ist das 5-Elemente-Konzept nicht nachvollziehbar. Die empfohlene Kost aber ist durchaus gesund, keineswegs besonders exotisch, sondern eher an der westlichen Vollwerternährung orientiert. So wird ausschließlich zu frischen Zutaten geraten. Reine Rohkost allerdings wird, wie in der Ayurvedaküche, weitgehend abgelehnt, beziehungsweise nur „zur Abkühlung“ (O-Ton der Autorin) eingesetzt. Fraglich nur, ob diese Kost im Alltag, gar in einem Familienalltag, praktikabel ist.

Kochen nach Ayurveda – Köstliche Küche für ein langes Leben

Ernährungskonzepte Test

Falken Verlag, 2001. 143 Seiten, 19,90 Euro. Geplante Neuauflage: Bassermann, München 2003.

Ayurveda, eine 5 000 Jahre alte indische Volksmedizin, strebt ganzheitlich die Gesundheit von Körper, Geist und Seele an. Wichtig dafür ist eine individuelle, typgerechte Kost. Es gibt drei körperlich und charakterlich unterschiedliche Konstitutionstypen (die Doshas) mit spezifischen Essbedürfnissen: Vata, Pitta, Kapha. Die Eigenarten dieser Doshas werden, ähnlich wie beim 5-Elemente-Konzept, auf das gesamte Universum übertragen – auf die Jahreszeiten und natürlich auch auf alle Nahrungsmittel.

test Kommentar: Wer für den weltan- schaulichen Überbau Sinn hat, auf Fleisch weitgehend verzichten kann und Lust auf asiatische Küche hat, findet in Ayurveda möglicherweise ein für sich schlüssiges Konzept, das in diesem Buch locker und knapp vorgestellt wird. Dazu gibt es exotische, gewürz- und gemüsereiche Rezepte, die der Gesundheit sicher nicht abträglich sind.

Vier Blutgruppen – Richtig leben

Ernährungskonzepte Test

Dr. Peter Adamo, Piper Verlag, München 2001, 557 Seiten, 19,90 Euro.

D'Adamos Thesen: Bestimmte Eiweiße,Lektine, lassen Blutzellen verklumpen und schädigen den Körper. Welche Lektine aus welchen Lebensmitteln zu meiden oder bevorzugt aufzunehmen sind, welche dick und krank, welche schlank und gesund machen, das entscheidet die Blutgruppe. Die Träger der Blutgruppe 0, die „Alten“, gehören zu den Jägern und Sammlern, sind klassische Fleischesser, vertragen aber kaum Milch und Getreide. Blutgruppe A etablierte sich mit Ackerbau und Viehzucht. Ihre Träger versorgen sich am besten vegetarisch. Wer Blutgruppe B hat, kann fast jede Nahrung vertragen – neigt aber zu Fettansatz. Blutgruppe AB ist erst 1 000 Jahre jung und darf alles essen.

test Kommentar: Lektine gelangen nur selten in bedenklichem Umfang aus dem Verdauungstrakt ins Blut. Und wenn, dann verhalten sie sich nicht blutgruppenspezifisch. Humangenetiker reihen auch die Entstehung der Blutgruppen anders als D'Adamo: Nicht 0 ist die älteste, sondern A.

Vital und gesund ohne Fleisch

Ernährungskonzepte Test

Marianne J.Voelk, Falken Verlag, München 2002, 351 Seiten, 18,00 Euro.

Ist der Mensch bedingt durch seine Entwicklung eher ein Carnivore, ein Fleischesser, oder eher ein Frugivore, ein Früchteesser? Die Position dieses Buches ist eindeutig: Pflanzennahrung ist dem Menschen artgerecht, sie ist gesund und ethisch korrekt. Mehr noch: Tiereiweiß, so die Autorin, führt zur Disharmonie im „Körper-Seele-Geist-Gefüge“. Bei konsequenter Einhaltung der vorgeschlagenen Kost (viel Rohes, kein Weißmehl, keine Fertigprodukte oder stark behandelte Lebensmittel, kein Fabrikzucker) wird Gesundheit, sogar Heilung verschiedener Krankheiten in Aussicht gestellt.

test Kommentar: Eine ausführliche, kompetente Darstellung des vegetarischen Konzepts mit umfassenden Informationen und Tipps auch zu möglichen physiologischen Problemen und Versorgungslücken. Ärgerlich sind die überzogenenen Heilsversprechen, die ideologische Ausrichtung, der Mangel an Toleranz gegenüber anderen Kostformen und der polemische, teilweise schwülstige Stil.

Die Sonnendiät – Ein vegetarisches Programm

Ernährungskonzepte Test

David Wolfe, Goldmann Verlag, München 2001, 378 Seiten, 12,50 Euro.

Rohkost bringts – und zwar ausschließlich. Hier wird neben Gesundheit und Vitalität immerhin auch der Aufstieg in die „Sphäre der grenzenlosen Möglichkeiten“ in Aussicht gestellt. In der rohen Pflanzenkost, so der Autor, liegt der Schlüssel „zu den schlummernden Kräften der Menschheit“. Dafür darf man aber auch nur Blattgemüse, Obst, Nüsse, kaltge­presste Öle zu sich nehmen. Dies immerhin reichlich. Der kalorienträchtige Vorschlag für einen ersten Morgentrunk: Fünf Orangen püriert mit fünf Esslöffeln Leinöl.

test Kommentar: Vorsicht! Nicht alle pflanzlichen Lebensmittel sind roh verträglich. Auch unsere Verdauungsorgane sind durch allzu viel Rohkost rasch überlastet und rächen sich mit Völlegefühl, Blähungen, Krämpfen. Außerdem kann es schnell zu vielerlei Mangelerscheinungen kommen. Unerträglich für eher rationale Naturen ist der weltanschaulich verquaste Kontext, der sich beliebig und zusammenhanglos bei allen Religionen und Philosophien der Welt bedient.

Täglich Fleisch

Ernährungskonzepte Test

Nicolai Worm, Hallwag Verlag, München 2002, 12,90 Euro.

„Auch der Mensch braucht eine artgerechte Ernährung“. Er braucht Fleisch, seit der Steinzeit ist er daran gewöhnt. Fleisch liefert Eiweiß, und davon kann der Mensch reichlich essen. Neben Fleisch und Milchprodukten empfiehlt der Autor außerdem Gemüse und Obst satt – und Wein zum Essen. Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index aus Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot (siehe „Jung bleiben ...“), auch Vollkornprodukte lehnt Worm weitgehend ab.

test Kommentar: Trotz des provokanten Titels hält der Autor kein Plädoyer für ungezügelten Fleischgenuss, sondern für eine Rückbesinnung auf den „Allesfresser“ Mensch. Er liefert undogmatisch wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Fleisch: Er geht detailliert auf die Rückstandsproblematik ein, auf BSE, auf Schadstoffe durch die Zubereitung, auf ökologische Probleme der Tierhaltung und auf Gesundheitsrisiken durch vegetarische Kost. Worm hinterfragt derzeit gültige Ernährungspostulate, hält neuere ernährungsmedizinische Erkenntnisse dagegen.

Alles über die Haysche Trennkost

Ernährungskonzepte Test

Thomas Heintze, Falken Verlag, München 2001, 111 Seiten, 15,29 Euro.

Nicht tot zu kriegen ist die Trennkost, die Dr. How­ard Hay vor etwa 70 Jahren gegen Stoffwechselerkrankungen erfand. Die Thesen: Eiweiß und Kohlenhydrate kann der Magen nur schwer gleichzeitig verdauen. Sie sollten deshalb getrennt verzehrt werden. Gefürchtet ist vor allem die „Übersäuerung“ des Organismus durch Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse, Eier. Fette gelten als neutral. Wie andere Trennköstler empfiehlt auch Dr. Heintze reichlich basenbildendes Grünzeug. Das Buch enthält viele appetitliche, praktikable Rezepte.

test Kommentar: Die Trennung eiweißlastiger und kohlenhydratlastiger Lebensmittel ist umstritten. Die Auswahl der Kost orientiert sich jedoch an der akzeptierten Vollwerternährung: Der Anteil pflanzlicher Kost ist hoch, komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte) werden gegenüber Süßem bevorzugt, es wird nur wenig Fleisch serviert.

Jung bleiben durch eine gesunde Ernährung

Ernährungskonzepte Test

Michel Montignac, Artulen Verlag, Offenburg 1998, 240 Seiten, 17,80 Euro.

Bei Michel Montignac dreht sich alles um den Glyx, den glykämischen Index. Der Glyx, ein Begriff aus der Diabetesforschung, gibt an, wie schnell und wie hoch der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr bestimmter kohlenhydrathaltiger Lebensmittel ansteigt und wieder abfällt. „Schlechte“ Kohlenhydrate mit hohem Glyx bewirken Blutzuckerspitzen und einen raschen Anstieg von Insulin. Das wiederum führt zu Heißhunger­attacken, begünstigt die Einlagerung von Fett in die Fettzellen und langfristig dann auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

test Kommentar: Zwar zählen zu den „schlechten“ Kohlenhydraten nicht nur die ohnehin berüchtigten Süßigkeiten, sondern auch bewährte Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln oder Nudeln. Vollkornbrot und Co. stehen jedoch beim Glyx auf der Positivliste. Neben seinem zentralen Thema Kohlenhydrate liefert Montignac in diesem Buch eine Fülle wichtiger Ernährungsinformationen insbesondere für Menschen ab 50.

Fettarm leben – Wie Sie Fettmacher ausschalten

Ernährungskonzepte Test

Robert & Leslie Cooper, Droemer Knaur Verlag, München 2002, 9,90 Euro.

Hier bekommt das Fett sein Fett weg – und zwar ziemlich extrem. Die Autoren empfehlen eine Reduktion der täglichen Fettzufuhr auf etwa 20 bis 25 Prozent der gesamten Tageskalorien. Ansonsten dürfen bis zu sieben Mahlzeiten serviert werden, zusammengestellt nach den Prinzipien einer ausgewogenen Mischkost mit viel Grünzeug und vollem Korn.

test Kommentar: Als Schlankheitskost ideal, als Dauerernährung möglicherweise problematisch: Unser Körper ist auf ein gewisses Quantum bestimmter Fettsäuren angewiesen. Und deshalb wird nach neuesten Erkenntnissen mehr Wert gelegt auf die qualitative Einteilung der Fettarten, auf die Verteilung der unterschiedlichen Fettsäuren, als auf die bloße Reduktion des Fettverzehrs. Das Buch liefert jedoch ein ausführlich dargestelltes Ernährungskonzept, informativ und motivierend für Menschen, die besonders fettarm leben wollen oder müssen.

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