Was alles nicht gestimmt hat

Unser Test zeigt, dass keine einzige Weiterbildung für Quereinsteiger in der Ernährungsberatung die erforderlichen Qualifizierungen für den Job vermittelt. Wir zeigen Ihnen die gröbsten Schnitzer der Weiterbildungsanbieter auf einen Blick.

Thema

Ausführung

Kursbeschreibungen und
Zielgruppe

Aus den Kurstiteln und -beschreibungen ging nicht hervor, für welchen Bereich der Ernährungsberatung fortgebildet wird. Die Anbieter richten ihre Weiterbildungen an bestimmte Zielgruppen, sprechen aber in der Regel alle Interessierten an. So wird nicht klar, ob tatsächlich eine berufliche Zusatzqualifikation erworben wird.

Berufsfeld Ernährungsberatung

Kein Anbieter führte systematisch in das Berufsfeld und die Bereiche der Ernährungsberatung ein. Zwar wurden mögliche Tätigkeitsfelder für Quereinsteiger genannt und acht Anbieter lockten sogar mit dem Angebot, mit ihrem Kurs auf eine selbstständige Tätigkeit vorzubereiten. Das Wissen für eine solche berufliche Perspektive vermittelten sie aber nicht umfassend, ebenso wenig die beruflichen Aufgaben und rechtlichen Grenzen für Quereinsteiger.

Ernährungsberatung und
-kommunikation

Ernährungsberatung wurde meist auf eine persönliche Einzel- oder Gruppenberatung mit dem Ziel einer Ernährungsumstellung reduziert. Dafür ist die Zielgruppe (Quereinsteiger) fachlich nicht geeignet. Die für Quereinsteiger geeignete Ernährungskommunikation wurde nicht systematisch dargestellt.

Vollwertige Ernährungsweise

Zwar werden die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als allgemein anerkannter Bezugspunkt für eine vollwertige und gesunde Ernährungsweise von den meisten Anbeitern erwähnt. Ausführlich und systematisch besprochen als Standard für eine gesunde Ernährung wurden sie aber nur in 3 von 13 Kursen.

Ernährungstherapie

In einer Reihe von Kursen wurden Ansätze zur Behandlung von Kranken
(Ernährungstherapie) vermittelt, obwohl dies in Deutschland in erster Linie den Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten ist. Die rechtlichen Grenzen zwischen der Behandlung von Gesunden und Kranken (Heilbehandlung) wurden nicht klar bestimmt.

Methodisch-didaktische Grundlagen

Den Teilnehmern wurden die Gesprächstechniken und Vorgehensweisen,
die in der Ernährungskommunikation notwendig sind (zum Beispiel das Halten von Vorträgen, der Aufbau eines Informationsgesprächs oder einer Schulung), kaum vermittelt.

Praktische Übungen

Praktische und sinnliche Übungen zum Umgang mit Lebensmitteln und
zur konkreten Berufspraxis kamen viel zu kurz. Die Teilnehmer konnten in der Regel jeweils nur ein Beratungsgespräch selbst üben. Ein Anbieter kam sogar gänzlich ohne Übungen aus.

Verschenkte Unterrichtszeit

In vielen Kursen wurde Unterrichtszeit verschenkt, indem zum Beispiel randständigen Themen (Vermittlung von Massagetechniken, Produktwerbung, Öko-Landbau) viel Zeit eingeräumt wurde, statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    Folgende Weiterbildungsanbieter wurden getestet: Akademie für Homöopathie, BSA-Akademie, Deutsche Paracelsus Schulen für Naturheilverfahren, Freie Heilpraktiker Schule, Heilpraktikerschulen Catrin Wehlend, IFAA – Internationale Fitness & Aerobic Akademie, Institut für Fort- und Weiterbildung im Ernährungsbereich, Institut für gesunde Ernährung und Lebensführung, IST – Studieninstitut, Profess & Hippokratesschule für Naturheilverfahren, Reformhaus Fachakademie, Safs & Beta, Walner-Schulen.