Bewerber dürfen strafrecht­liche Ermitt­lungen beim Vorstellungs­gespräch verschweigen, urteilte das Bundes­arbeits­gericht. Geklagt hatte ein Mann, der auf dem zweiten Bildungsweg Lehrer geworden war. Er hatte beim Vorstellungs­gespräch versichert, dass gegen ihn keine Ermitt­lungs­verfahren anhängig sind oder waren. Als das Land später von solchen Verfahren erfuhr, kündigte es dem Mann frist­los. Sämtliche Verfahren waren allerdings längst einge­stellt. Das Land durfte nicht kündigen, entschieden die Richter (Az. 6 AZR 339/11). Die Begründung: Laut Zentral­registergesetz dürfen sich sogar verurteilte Täter als unbe­straft bezeichnen, wenn sie zu nicht mehr als 90 Tages­sätzen Geld­strafe verurteilt wurden. Ermitt­lungs­verfahren zu verschweigen, könne daher keine arglistige Täuschung sein. Weitere Tipps für Bewerbungs­gespräche sind zu finden unter www.test.de/vorstellung aus Finanztest 10/2012.

Dieser Artikel ist hilfreich. 0 Nutzer finden das hilfreich.