Wer erkältet ist, sollte statt Kombiprä­paraten gezielt Mittel gegen die einzelnen Symptome einnehmen.

Jetzt, wo es kalt ist, haben Erkältungs­viren wieder Saison. Sie setzen den Menschen mit Schnupfen, Husten und Hals­schmerzen zu. Apotheken und Drogerien bieten zahlreiche Nasen­sprays, Tropfen, Säfte und Tabletten an, um Beschwerden zu lindern. Die Stiftung Warentest nennt die besten Erkältungs­mittel.

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TestErkältung14.11.2019
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Rezept­freie Mittel gegen Schnupfen, Husten, Fieber, Schmerzen

Kaum jemand kommt ganz ohne Erkältung durch die kalte Jahres­zeit. Erstes Symptom ist meistens Halsweh, gefolgt von Schnupfen, Husten, teil­weise auch Fieber, Kopf- und Glieder­schmerzen. Viele Betroffene kämpfen mit Haus­mitteln oder Medikamenten gegen die Erkältung an. Doch nicht jedes Medikament ist eine gute Wahl, wie die Arznei­mittel­tests der Stiftung Warentest zeigen. Patienten können sich Fehlkäufe ersparen, wenn sie in unserer Daten­bank Medikamente im Test nach den besten Erkältungs­mitteln suchen. Gut für den Geldbeutel ist das auf jeden Fall: Bei Medikamenten mit einem bestimmten empfehlens­werten Wirk­stoff gibt es teil­weise große Preis­unterschiede.

Arznei­mittel-Test: Sie haben die Wahl

Wir haben unsere Medikamentenbe­wertungen in zwei Varianten aufbereitet.

Heft­artikel. Sie sind vor allem an einem schnellen Über­blick über die besten rezept­freien Erkältungs­mittel interes­siert? Dann schalten Sie hier für 1,50 Euro das PDF zum Testbe­richt aus test 1/2019 frei. Dort erklären wir auch, was von den gängigen Haus­mitteln und Kräutern zu halten ist, die bei Erkältungs­krankheiten einge­setzt werden.

Daten­bank. Sie wollen es ganz genau wissen? Vertiefte Infos bietet unsere Daten­bank Medikamente im Test. Als Flatrate-Nutzer oder im Einzel­abruf für 3,50 Euro können Sie die Bewertungen der Stiftung Warentest zu mehr als 9 000 Medikamenten für 132 Krankheiten lesen. Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest erklären, welche Medikamente gegen bestimmte Beschwerden – etwa Schnupfen, Husten und Fieber – am besten helfen. Die Arznei­mittel­preise in der Daten­bank sind stets aktuell – und wir verraten, wie Sie beim Medikamentenkauf Geld sparen können.

Erkältungs­beschwerden – Gesundwerden braucht Zeit

Selbst die besten Mittel können Erkältungs­beschwerden nur lindern. Der Grund: Fast immer verursachen Viren den Infekt. Gegen die rund 200 bekannten Erreger ist kein Kraut gewachsen. Kein Medikament vertreibt sie schlag­artig. Das muss der Körper mit den Abwehr­kräften selbst leisten. Erwachsene brauchen meist sieben bis zehn Tage, um wieder fit zu werden. Kinder, deren Immun­system sich noch ausbildet, sind oft länger und häufiger krank: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal.

Typische Phasen einer Erkältung

Nach der Infektion durch ein Erkältungs­virus treten die Symptome oft nicht gleich­zeitig auf. Ihr Ausmaß verändert sich mit der Zeit. Nicht jeder Erkältete bekommt alle Symptome. Es ist am besten, nur akute Beschwerden zu lindern.
Quellen: Stiftung Warentest. Patienteninfos Deutsche Gesell­schaft für Allgemeinmedizin.

Besser jedes Symptom einzeln bekämpfen

Die viel­verkauften und intensiv beworbenen Kombiprä­parate wie Grippostad C, Aspirin complex oder Wick MediNait versprechen, verschiedene Symptome gleich­zeitig zu lindern, und enthalten daher mehrere Wirk­stoffe. Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest raten aber dazu, jedes Symptom einzeln zu behandeln. Schließ­lich treten Halsweh, Schnupfen, Husten und andere Symptome oft hinter­einander und in verschiedener Intensität auf. Die Kombination verschiedener Wirk­stoffe im selben Medikament geht zudem mit einem erhöhten Risiko von Neben­wirkungen einher.

Nasen­sprays und Nasen­tropfen: Damit die Schleimhaut abschwillt

Wenn bei einem Schnupfen die Nasen­schleimhaut so stark ange­schwollen ist, dass das Atmen schwer fällt, sind Nasensprays oder Nasentropfen mit abschwellenden Wirk­stoffen angesagt. Präparate ohne Konservierungs­stoffe sind verträglicher. Selbst diese Schnupfen­sprays sollten Nutzer aber nicht länger als sieben Tage verwenden – sonst gewöhnt sich die Nasen­schleimhaut daran und schwillt nach dem Absetzen wieder an. Unsere Daten­bank zeigt die am besten geeigneten und güns­tigsten Nasen­sprays. Solange die Nase sich nicht stark verstopft anfühlt, kann es reichen, die Nasen­schleimhaut mit salzhaltigen Nasensprays ohne Konservierungs­stoffe sanft zu spülen. Es befördert das Sekret, das die Flimmerhärchen in ihrer Reinigungs­funk­tion beein­trächtigt, nach draußen.

Grippe oder Erkältung?

Grippaler Infekt. Wer unter einer starken Erkältung leidet, sagt bisweilen, er habe „die Grippe“. Meist liegt jedoch nur ein grippaler Infekt vor. Der kann durch diverse Erkältungs­viren ausgelöst werden, während bei einer echten Grippe die Infektion durch sogenannte Influenzaviren verursacht wird.

Grippe. Die Symptome sind zwar ähnlich wie bei einer Erkältung – aber meist deutlich heftiger. Zudem setzen die verschiedenen Beschwerden häufig abrupt auf einen Schlag ein, also beispiels­weise Halsweh, Husten, Schnupfen, hohes Fieber, heftige Kopf- und Glieder­schmerzen, starkes Ruhebedürfnis und Krank­heits­gefühl.

Vorsicht bei echter Grippe. Bei Verdacht auf Grippe sollten Patienten unbe­dingt zum Arzt gehen, damit dieser Komplikationen ausschließen und eine Krank­schreibung ausstellen kann. Das schützt andere vor Anste­ckung und ermöglicht Patienten Schonung. Ansonsten nützen ihnen bei der Behand­lung dieselben Tipps und Medikamente, die auch normale Erkältungs­beschwerden lindern. Eine Grippe lässt in vielen Fällen auch durch die Grippeimpfung verhindern.

Hustensaft und Brause­tabletten: Husten stillen oder lösen

Die Auswahl an Hustenmitteln ist groß und Erkältete müssen entscheiden, welche über­haupt sinn­voll sind. Husten­stiller zum Beispiel können Reizhusten dämpfen – es gibt sie mit synthetisch hergestellten Wirk­stoffen oder auch mit Spitzwegerich. Auf die Phase des Reizhustens folgt oft die Phase des Abhustens – dabei können Hustenlöser helfen. Wie gut sie sich eignen, und was Brause­tabletten oder pflanzliche Präparate steht in unserem Über­blick von Hustenmitteln.

Lutsch­tabletten und Hals­sprays: Gegen Hals­schmerzen

Gegen Hals­schmerzen hilft es, die Rachen­schleimhaut zu befeuchten – das gelingt gut mit Lutsch­tabletten. Bei leichten Schmerzen kann schon ein gewöhnliches Bonbon wohl­tuend wirken. Für schwerere Schmerzen gibt es Medikamente mit betäubenden und desinfizierenden Wirk­stoffen, manche davon sind geeignet, manche wenig geeignet. In unserer Tabelle Mittel gegen Halsentzündungen finden sich auch Bewertungen für Sprays gegen Hals­schmerzen.

Schmerz­mittel: Gegen Glieder­schmerzen und Fieber

Schmerz­mittel mit den Wirk­stoffen Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalizcylsäure (ASS) können leichte bis mäßige Schmerzen und Fieber bekämpfen. Nutzer sollten Dosierungs­empfehlungen strikt einhalten und den Wirk­stoff nehmen, der zu ihnen passt. Nicht jedes Schmerz­mittel ist für jeden sinn­voll – zum Beispiel kommt es bei der Auswahl darauf an, ob man einen empfindlichen Magen hat oder eine angegriffene Leber. Wie Schmerz­mittel wirken und ob Vitamin-C-Zusätze einen therapeutischen Nutzen haben, verrät unsere Schmerzmittel-Tabelle.

Echinacea, Umck­aloabo, Kräutertee, ätherische Öle

Einfache Bonbons. Auch sie können die Schleimhaut befeuchten.

Erkältungs­mittel auf pflanzlicher Basis. Viele Verbraucher zählen auf Hustenlöser mit Extrakten aus Efeu oder Thymian, Kräutertees, ätherische Öle wie Eukalyptus, Pfefferminz, Kampfer. Mittel aus dem Kraut des Sonnenhuts (Echinacea purpurea) stehen im Ruf, das Immun­system zu stärken und vor Infekten zu schützen. Ebenfalls beliebt ist Umckaloabo. Der Wurzelextrakt aus einer südafrikanischen Geranien­art soll unter anderem Schleimhäute schützen und Bakterien abtöten. Zugelassen ist Umck­aloabo bei akuter Bronchitis.

Das sagen die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest: Wir betrachten einige pflanzliche Mittel als nützlich, um das Wohl­befinden zu verbessern – auch wenn für die therapeutische Wirk­samkeit noch nicht genug wissenschaftliche Belege vorliegen. Zum Beispiel kann Erkältungstee Wärme und Flüssig­keit spenden. Ein Erkältungsbad oder eine Erkältungssalbe mit ätherischen Ölen hilft manchem, leichter durch­zuatmen – allerdings können die Mittel bei Kindern unter zwei Jahren, Menschen mit chro­nischen Atemwegs­leiden und Asth­matikern auch Atemnot verursachen.

Präparate mit Vitamin C und Zink

In der Erkältungs­zeit nehmen viele Menschen Vitamin-C- und Zink­präparate ein, um die Abwehr zu stärken. Eine Analyse der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2017 zeigte, dass Vitaminpräparate auf dem Markt über­dosiert sein können. Der Bedarf an Zink und Vitamin C lässt sich mit einer ausgewogenen Ernährung einfach decken, wie unsere Tabellen für Mineralstoffe und Vitamine zeigen.

Tipps: So beugen Sie Erkältungs­krankheiten vor

Viele Menschen fangen sich in der kalten Jahres­zeit eine Erkältung ein. Einfache Maßnahmen im Alltag können helfen, dass Erkältungs­viren sich gar nicht erst im Körper breit machen. Wenn es doch passiert, kann man sich die Leidens­zeit erleichtern.

Hände­wäschen. Waschen Sie sich mehr­mals am Tag für 20 bis 30 Sekunden die Hände. Wasser und Seife reichen aus, um Viren effektiv zu vertreiben. Verzichten Sie in der Erkältungs­saison aufs Händeschütteln.

Abhärten. Wechselduschen, Saunagänge und Kneipp­maßnahmen härten den Körper ab und machen ihn weniger anfäl­lig für Infekte. Die Maßnahmen sind aber nur gesunden Menschen zu empfehlen.

Lüften. Nasse Tücher auf der Heizung sowie Pflanzen im Raum und regel­mäßiges Lüften befeuchten die Raum­luft. Heizungs­luft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfäl­liger für Viren.

Schonen. Gönnen Sie sich im Erkrankungs­fall nach Möglich­keit Ruhe, legen Sie sich aufs Sofa oder ins Bett. Das schont und hilft dem Immun­system, den Infekt abzu­wehren.

Trinken. Ungesüßter Kräutertee, Wasser, Saft­schorlen – trinken Sie regel­mäßig. Das beugt Flüssig­keits­verlusten bei Fieber vor und hilft außerdem Schleim zu lösen. Eine höhere Trinkmenge als gewöhnlich muss es allerdings nach heutigem Kennt­nisstand nicht sein.

Inhalieren. Warme Dämpfe befeuchten die Atemwege und lösen fest­sitzenden Schleim. Ganz klassisch geht es mit Küchentopf und Hand­tuch. Dem Wasser können Sie Kräuter oder etwas ätherisches Öl beigeben.

Lutschen. Husten- und sons­tige Bonbons, möglichst zuckerfreie, regen den Speichelfluss an – und Speichel wiederum enthält verschiedene körper­eigene Abwehr­stoffe gegen Erkältungs­erreger.

Wickeln. Mit Wadenwi­ckeln lässt sich Fieber auch ohne Medikamente senken. Normaler­weise ist das bei Erwachsenen und bei Kindern erst ab einer Körpertemperatur von 39 Grad nötig. Dazu Baumwoll­tücher in lauwarmem Wasser tränken, auswringen und locker um die Unterschenkel wickeln. Nehmen Sie die Tücher ab, sobald sie warm sind. Wechseln Sie sie bis zu dreimal aus.

Mehr Tipps in unserem Special Erkältung: Welche Ratschläge helfen – und welche Sie vergessen können.

Dieser Artikel erschien erst­mals am 23. Januar 2016 auf test.de. Er wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 14. November 2019.

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