Erkältung Test

Husten, Schnupfen, Halsweh, Fieber: Apotheken und Drogerien bieten zahlreiche Mittel an, um Erkältungs­beschwerden zu lindern. Die Stiftung Warentest sagt, was von den gängigsten Mitteln zu halten ist, und nennt 54 wirkungs­volle und kostengüns­tige Helfer.

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TestErkältung13.12.2017
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Rezept­freie Mittel gegen Schnupfen, Husten, Fieber, Schmerzen

Alle Jahre wieder ist es soweit. Kaum jemand kommt ganz ohne Erkältung durch die kalte Jahres­zeit. Erstes Symptom ist meistens Halsweh, gefolgt von Schnupfen, Husten, teil­weise auch Fieber, Kopf- und Glieder­schmerzen. Viele Betroffene kämpfen mit Haus­mitteln oder Medikamenten gegen die Beschwerden. Nicht jedes Präparat ist eine gute Wahl. Um Patienten teure Fehlkäufe zu ersparen, haben die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest ihre Daten­bank Medikamente im Test ausgewertet und die preisgüns­tigsten unter den besten rezept­freien Mitteln zusammen­gestellt.

Besser jedes Symptom einzeln bekämpfen

Die viel­verkauften und intensiv beworbenen Kombiprä­parate wie Grip­postad C, Aspirin complex oder Wick MediNait versprechen, verschiedene Symptome gleich­zeitig zu lindern und enthalten daher mehrere Wirk­stoffe. Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest bewerten Kombimittel gegen Erkältung allerdings als wenig geeignet (so bewerten wir Medikamente). Schließ­lich treten Halsweh, Schnupfen, Husten und andere Symptome nicht immer in gleicher Konstellation auf. Die Symptome treten oft auch nach­einander auf. Sie auf Verdacht per Gieß­kannenprinzip zusammen zu behandeln, ist nicht nötig. Hinzu kommt, dass die Kombination verschiedener Wirk­stoffe im selben Medikament mit einem erhöhten Risiko von Neben­wirkungen einhergeht.

Das bietet unser Testbe­richt Erkältungs­mittel

Wirk­same Mittel. Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest erklären, welche Mittel bei gängigen Erkältungs­beschwerden helfen. Unsere vier Tabellen zeigen Wirk­stoffe, Packungs­inhalt und Preise für insgesamt 54 Mittel bei Husten, Schnupfen, Hals­schmerzen und Fieber.

Haus­mittel und Kräuter. Außerdem erklären wir, was von den gängigen Haus­mitteln und Kräutern zu halten ist, die bei Erkältungs­krankheiten einge­setzt werden.

Echinacea, Umck­aloabo, Vitamin C und Zink

Einige Verbraucher setzen auf Erkältungs­mittel auf pflanzlicher Basis. Dazu zählen Hustenlöser mit Extrakten aus Efeu oder Thymian, Kräuter­tees, ätherische Öle wie Eukalyptus, Pfefferminz, Kampfer. Mittel aus dem Kraut des Sonnenhuts (Echinacea purpurea) stehen im Ruf, das Immun­system zu stärken und vor Infekten zu schützen. Ebenfalls beliebt ist Umck­aloabo. Der Wurzelextrakt aus einer südafrikanischen Geranien­art soll unter anderem Schleimhäute schützen und Bakterien abtöten. Zugelassen ist Umck­aloabo bei akuter Bronchitis. Wie die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest pflanzliche Mittel sowie Vitamin C und Zink bewerten, verrät unser Testbe­richt.

Erkältungs­beschwerden – Gesundwerden braucht Zeit

Selbst die besten Mittel können Erkältungs­beschwerden nur lindern. Der Grund: Fast immer verursachen Viren den Infekt. Gegen die rund 200 bekannten Erreger ist kein Kraut gewachsen. Kein Medikament vertreibt sie schlag­artig. Das muss der Körper mit den Abwehr­kräften selbst leisten. Erwachsene brauchen meist sieben bis zehn Tage, um wieder fit zu werden. Kinder, deren Immun­system sich noch ausbildet, sind oft länger und häufiger krank: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal.

Mit einer echten Grippe ist nicht zu spaßen

Hält sich hohes Fieber trotz Medikamenten oder Wadenwi­ckeln länger als drei Tage, sollten Sie zum Arzt gehen. Gleiches gilt bei sehr lang­wierigen oder belastenden Erkältungs­beschwerden sowie bei Verdacht auf echte Grippe (Influenza). Diese äußert sich mit ähnlichen Symptomen wie Erkältung, die allerdings unver­mittelt und gleich­zeitig einsetzen – etwa hohes Fieber, heftige Kopf- und Glieder­schmerzen, starkes Ruhebedürfnis und Krank­heits­gefühl.

Tipps zum Vorbeugen und Behandeln von Erkältungs­krankheiten

Viele Menschen fangen sich in der kalten Jahres­zeit eine Erkältung ein. Einfache Maßnahmen im Alltag können helfen, dass Erkältungs­viren sich gar nicht erst im Körper breit machen. Wenn es doch passiert, kann man sich die Leidens­zeit erleichtern.

Hände­wäschen. Waschen Sie sich mehr­mals am Tag für 20 bis 30 Sekunden die Hände. Wasser und Seife reichen aus, um Viren effektiv zu vertreiben. Verzichten Sie in der Erkältungs­saison aufs Händeschütteln.

Abhärten. Wechselduschen, Saunagänge und Kneipp­maßnahmen härten den Körper ab und machen ihn weniger anfäl­lig für Infekte. Die Maßnahmen sind aber nur Gesunden zu empfehlen.

Lüften. Nasse Tücher auf der Heizung sowie Pflanzen im Raum und regel­mäßiges Lüften befeuchten die Raum­luft. Heizungs­luft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfäl­liger für Viren.

Schonen. Gönnen Sie sich im Erkrankungs­fall nach Möglich­keit Ruhe, legen Sie sich aufs Sofa oder ins Bett. Das schont und hilft dem Immun­system, den Infekt abzu­wehren.

Trinken. Ungesüßter Kräutertee, Wasser, Saft­schorlen – trinken Sie regel­mäßig. Das beugt Flüssig­keits­verlusten bei Fieber vor und hilft außerdem Schleim zu lösen. Eine höhere Trinkmenge als gewöhnlich muss es allerdings nach heutigem Kennt­nisstand nicht sein.

Inhalieren. Warme Dämpfe befeuchten die Atemwege und lösen fest­sitzenden Schleim. Ganz klassisch geht es mit Küchentopf und Hand­tuch. Dem Wasser können Sie Kräuter oder etwas ätherisches Öl beigeben.

Lutschen. Husten- und sons­tige Bonbons, möglichst zuckerfreie, regen den Speichelfluss an – und Speichel wiederum enthält verschiedene körper­eigene Abwehr­stoffe gegen Erkältungs­erreger.

Wickeln. Mit Wadenwi­ckeln lässt sich Fieber auch ohne Medikamente senken. Normaler­weise ist das bei Erwachsenen und bei Kindern erst ab einer Körpertemperatur von 39 Grad nötig. Dazu Baumwoll­tücher in lauwarmem Wasser tränken, auswringen und locker um die Unterschenkel wickeln. Nehmen Sie die Tücher ab, sobald sie warm sind. Wechseln Sie sie bis zu dreimal aus.

Dieser Artikel erschien erst­mals am 23. Januar 2016 auf test.de und wurde danach mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 13. Dezember 2017. Nutzer­kommentare können sich auf eine ältere Fassung beziehen.

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