Erkältung Test

Wer erkältet ist, sollte statt Kombiprä­paraten gezielt Mittel gegen die einzelnen Symptome einnehmen.

Schniefen aller­orten. Zum Ende des kalendarischen Winters gibt es noch einmal klirrende Kälte – wer Pech hat, fängt sich noch eine Erkältung ein. Oder, schlimmer, wird von der aktuellen Grippewelle erfasst. Apotheken und Drogerien bieten zahlreiche Mittel an, um Erkältungs- und Grippe­beschwerden zu lindern. Die Stiftung Warentest sagt, was von den gängigsten Mitteln zu halten ist, und nennt 54 wirkungs­volle und kostengüns­tige Helfer.

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TestErkältung24.02.2018
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Rezept­freie Mittel gegen Schnupfen, Husten, Fieber, Schmerzen

Kaum jemand kommt ganz ohne Erkältung durch die kalte Jahres­zeit. Erstes Symptom ist meistens Halsweh, gefolgt von Schnupfen, Husten, teil­weise auch Fieber, Kopf- und Glieder­schmerzen. Viele Betroffene kämpfen mit Haus­mitteln oder Medikamenten gegen die Beschwerden. Nicht jedes Präparat ist eine gute Wahl. Um Patienten teure Fehlkäufe zu ersparen, haben die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest ihre Daten­bank Medikamente im Test ausgewertet und die preisgüns­tigsten unter den besten rezept­freien Mitteln zusammen­gestellt.

Das bietet unser Testbe­richt Erkältungs­mittel

Wirk­same Mittel. Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest erklären, welche Mittel bei gängigen Erkältungs­beschwerden helfen. Unsere vier Tabellen zeigen Wirk­stoffe, Packungs­inhalt und Preise für insgesamt 54 Mittel bei Husten, Schnupfen, Hals­schmerzen und Fieber.

Haus­mittel und Kräuter. Außerdem erklären wir, was von den gängigen Haus­mitteln und Kräutern zu halten ist, die bei Erkältungs­krankheiten einge­setzt werden.

Besser jedes Symptom einzeln bekämpfen

Die viel­verkauften und intensiv beworbenen Kombiprä­parate wie Grip­postad C, Aspirin complex oder Wick MediNait versprechen, verschiedene Symptome gleich­zeitig zu lindern, und enthalten daher mehrere Wirk­stoffe. Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest bewerten Kombimittel gegen Erkältung allerdings als wenig geeignet (So bewerten wir Medikamente). Schließ­lich treten Halsweh, Schnupfen, Husten und andere Symptome nicht immer in gleicher Konstellation auf. Die Symptome treten oft auch nach­einander auf. Sie auf Verdacht per Gieß­kannenprinzip zusammen zu behandeln, ist nicht nötig. Hinzu kommt, dass die Kombination verschiedener Wirk­stoffe im selben Medikament mit einem erhöhten Risiko von Neben­wirkungen einhergeht.

Grippe oder Erkältung?

Grippaler Infekt. Wer unter einer starken Erkältung leidet, sagt bisweilen, er habe „die Grippe“. Meist liegt jedoch nur ein grippaler Infekt vor. Der kann durch diverse Erkältungs­viren ausgelöst werden, während bei einer echten Grippe die Infektion durch sogenannte Influenzaviren verursacht wird.

Grippe. Die Symptome sind zwar ähnlich wie bei einer Erkältung – aber meist deutlich heftiger. Zudem setzen die verschiedenen Beschwerden häufig abrupt auf einen Schlag ein, also beispiels­weise Halsweh, Husten, Schnupfen, hohes Fieber, heftige Kopf- und Glieder­schmerzen, starkes Ruhebedürfnis und Krank­heits­gefühl.

Vorsicht bei echter Grippe. Derzeit grassiert in Deutsch­land eine Grippewelle. Laut der zuständigen Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut sind bereits mehr als 80 000 Menschen erkrankt (Stand: 20.2.18). Bei Verdacht auf Grippe sollten Patienten unbe­dingt zum Arzt gehen, damit dieser Komplikationen ausschließen und eine Krank­schreibung ausstellen kann. Das schützt andere vor Anste­ckung und ermöglicht Patienten Schonung. Ansonsten nützen ihnen bei der Behand­lung dieselben Tipps und Medikamente, die auch normale Erkältungs­beschwerden lindern.

Echinacea, Umck­aloabo, Vitamin C und Zink

Einige Verbraucher setzen auf Erkältungs­mittel auf pflanzlicher Basis. Dazu zählen Hustenlöser mit Extrakten aus Efeu oder Thymian, Kräuter­tees, ätherische Öle wie Eukalyptus, Pfefferminz, Kampfer. Mittel aus dem Kraut des Sonnenhuts (Echinacea purpurea) stehen im Ruf, das Immun­system zu stärken und vor Infekten zu schützen. Ebenfalls beliebt ist Umck­aloabo. Der Wurzelextrakt aus einer südafrikanischen Geranien­art soll unter anderem Schleimhäute schützen und Bakterien abtöten. Zugelassen ist Umck­aloabo bei akuter Bronchitis. Wie die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest pflanzliche Mittel sowie Vitamin C und Zink bewerten, verrät unser Testbe­richt.

Erkältungs­beschwerden – Gesundwerden braucht Zeit

Selbst die besten Mittel können Erkältungs­beschwerden nur lindern. Der Grund: Fast immer verursachen Viren den Infekt. Gegen die rund 200 bekannten Erreger ist kein Kraut gewachsen. Kein Medikament vertreibt sie schlag­artig. Das muss der Körper mit den Abwehr­kräften selbst leisten. Erwachsene brauchen meist sieben bis zehn Tage, um wieder fit zu werden. Kinder, deren Immun­system sich noch ausbildet, sind oft länger und häufiger krank: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal.

Tipps zum Vorbeugen und Behandeln von Erkältungs­krankheiten

Viele Menschen fangen sich in der kalten Jahres­zeit eine Erkältung ein. Einfache Maßnahmen im Alltag können helfen, dass Erkältungs­viren sich gar nicht erst im Körper breit machen. Wenn es doch passiert, kann man sich die Leidens­zeit erleichtern.

Hände­wäschen. Waschen Sie sich mehr­mals am Tag für 20 bis 30 Sekunden die Hände. Wasser und Seife reichen aus, um Viren effektiv zu vertreiben. Verzichten Sie in der Erkältungs­saison aufs Händeschütteln.

Abhärten. Wechselduschen, Saunagänge und Kneipp­maßnahmen härten den Körper ab und machen ihn weniger anfäl­lig für Infekte. Die Maßnahmen sind aber nur Gesunden zu empfehlen.

Lüften. Nasse Tücher auf der Heizung sowie Pflanzen im Raum und regel­mäßiges Lüften befeuchten die Raum­luft. Heizungs­luft trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfäl­liger für Viren.

Schonen. Gönnen Sie sich im Erkrankungs­fall nach Möglich­keit Ruhe, legen Sie sich aufs Sofa oder ins Bett. Das schont und hilft dem Immun­system, den Infekt abzu­wehren.

Trinken. Ungesüßter Kräutertee, Wasser, Saft­schorlen – trinken Sie regel­mäßig. Das beugt Flüssig­keits­verlusten bei Fieber vor und hilft außerdem Schleim zu lösen. Eine höhere Trinkmenge als gewöhnlich muss es allerdings nach heutigem Kennt­nisstand nicht sein.

Inhalieren. Warme Dämpfe befeuchten die Atemwege und lösen fest­sitzenden Schleim. Ganz klassisch geht es mit Küchentopf und Hand­tuch. Dem Wasser können Sie Kräuter oder etwas ätherisches Öl beigeben.

Lutschen. Husten- und sons­tige Bonbons, möglichst zuckerfreie, regen den Speichelfluss an – und Speichel wiederum enthält verschiedene körper­eigene Abwehr­stoffe gegen Erkältungs­erreger.

Wickeln. Mit Wadenwi­ckeln lässt sich Fieber auch ohne Medikamente senken. Normaler­weise ist das bei Erwachsenen und bei Kindern erst ab einer Körpertemperatur von 39 Grad nötig. Dazu Baumwoll­tücher in lauwarmem Wasser tränken, auswringen und locker um die Unterschenkel wickeln. Nehmen Sie die Tücher ab, sobald sie warm sind. Wechseln Sie sie bis zu dreimal aus.

Dieser Artikel erschien erst­mals am 23. Januar 2016 auf test.de und wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 24. Februar 2018. Nutzer­kommentare können sich auf eine ältere Fassung beziehen.

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