Ergo-Vertreter Meldung

Vertreter des Ergo-Konzerns haben Kunden beim Abschluss von Verträgen zur betrieblichen Altersvorsorge nur in Einzelfällen falsch beraten. Das ergab eine Untersuchung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag von Ergo.

Verbraucherschützer stellten Strafanzeige

Ergo weist den Vorwurf systematischer Fehlberatung zurück. Im August hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband Strafanzeige wegen Betruges erstattet. Die Verbraucherschützer warfen Vermittlern der Versicherungsgruppe Ergo vor, sie hätten Arbeitnehmern zu teure Betriebsrentenverträge verkauft. Ergo hat mit Arbeitgebern günstige Rahmenverträge zur betrieblichen Altersvorsorge für Mitarbeiter abgeschlossen. PwC überprüfte nun, ob Angestellten trotzdem teurere Einzelverträge zu den normalen Konditionen verkauft wurden.

Nur wenige Auffälligkeiten entdeckt

Die Wirtschaftsprüfer untersuchten Verträge von insgesamt rund 77 600 Arbeitgebern, hinter denen mehr als 180 000 Einzelversicherungen stehen. Bei 330 Arbeitgebern entdeckten sie, dass auch der Abschluss eines Kollektivvertrags möglich gewesen wäre, teilte Ergo nun mit. Das entspreche einem Anteil von 0,4 Prozent. Unter 808 250 Einzelverträgen mit Arbeitnehmern gebe es nur 409 Kunden, die sich über die betriebliche Altersvorsorge ihres Unternehmens auch einem Gruppenvertrag nach demselben Durchführungsweg hätten anschließen können.

Ergo prüft strafrechtliche Relevanz in drei Fällen

Ergo hat außerdem überprüfen lassen, ob die Kollektivgröße in einem Rahmenvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge mit der Anzahl der versicherten Arbeitnehmer übereinstimmt. Abweichungen, die es bei 285 Verträgen gab, ging der Konzern nach. Kontrolliert wurden insbesondere Vermittler, die zugleich Entscheidungsverantwortliche sind. In drei Fällen prüft Ergo nun eine mögliche strafrechtliche Relevanz.

Betroffene Firmen werden angesprochen

Außerdem sollen Provisionszahlungen an Entscheidungsträger und ihre Angehörigen künftig verboten sein. Eine systematische Einflussnahme auf Entscheidungsträger verneint der Versicherungskonzern jedoch. Unternehmen, bei deren Verträgen sich Auffälligkeiten gezeigt haben, will Ergo kontaktieren. Sollten sich die Zweifel nicht beseitigen lassen, sagt der Konzern zu, die Verträge umzustellen.

Strukturvertrieb HMI soll reformiert werden

Zugleich will Ergo die Beratungsqualität und die Kundenbetreuung in seiner vielfach ins Gerede gekommenen Vertriebsorganisation HMI verbessern. HMI soll ein Strukturvertrieb bleiben, aber ab Januar einen neuen Namen erhalten.

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