Ergo Direkt Gegen­stands-Schutz Schnelltest

Unter dem Namen „Gegen­stands-Schutz“ bieten Ergo und Ergo Direkt seit kurzem eine Versicherung an, mit der Kunden wert­volle Einzel­stücke versichern können, etwa Schmuck, Musik­instru­mente oder Mobiltelefone. test.de hat über­prüft, ob eine solche Police sinn­voll ist.

Zahlt bei Einbruch, Diebstahl, Unfall

Die Versicherung zahlt ähnlich wie eine Hausrat­versicherung, wenn ein wert­voller Gegen­stand bei einem Einbruch gestohlen oder zum Beispiel durch Sturm oder Hagel zerstört wird. Leistungen gibt es auch dann, wenn der Schaden nicht in der Wohnung, sondern unterwegs passiert. Anders als in der Hausrat­versicherung ist auch einfacher Diebstahl versichert, beispiels­weise wenn Taschendiebe das teure Smartphone entwenden. Auch wenn der Versicherte selbst versehentlich das neue Notebook fallen lässt, ist dies ein Fall für den Gegen­stands-Schutz.

Auch Erbstücke und Geschenke versicher­bar

Versicher­bar sind alle Gegen­stände aus dem privaten Eigentum, egal ob neu oder gebraucht, ob Geschenk oder Erbstück. Den Wert von Antiquitäten, Kunst­gegen­ständen oder Schmuck­stücken müssen Kunden mit einem Gutachten belegen, wenn sie keinen Kauf­beleg haben. Allerdings gibt es Grenzen: Beispiels­weise lässt sich eine Geige nur bis maximal 5 000 Euro versichern – und dann auch nur, wenn sie ihrem Besitzer erst seit höchs­tens einem Jahr gehört. Auch bei Mobiltelefonen und anderen Geräten darf das Kauf­datum nicht zu lange zurück­liegen.

Neu kaufen oder reparieren lassen

Wird ein versicherter Gegen­stand beschädigt, kommt die Versicherung für die Reparatur­kosten auf. Ist es irreparabel zerstört, erhält der Kunde die vereinbarte Versicherungs­summe abzüglich eines eventuell noch vorhandenen Rest­werts. Bei Raub oder Diebstahl erhält der Kunde die vereinbarte Versicherungs­summe. Bei manchen Gegen­ständen wie zum Beispiel Mobiltelefonen, Fernsehern oder Möbeln sinkt die Versicherungs­summe von Jahr zu Jahr. Auch der Beitrag wird entsprechend gesenkt. Hier bietet die Hausrat­versicherung umfassenderen Schutz, da der Kunde von ihr immer den Wiederbeschaffungs­wert erhält. Für Sachen von bleibendem Wert wie Musik­instru­mente oder Schmuck bleibt die Versicherungs­summe konstant und beträgt in der Regel 90 Prozent des Kauf­preises.

Teurer Voll­kasko­schutz

Kunden müssen schon sehr an ihrem Handy oder der antiken Kommode hängen, um die Gegen­stands­versicherung der Ergo abzu­schließen. Denn im Verhältnis zu einer Hausrat­versicherung ist der Gegen­stands-Schutz teuer. So zahlt jemand für ein neues Smartphone im Wert von 500 Euro in drei Jahren insgesamt 168 Euro Beitrag. Dafür ist das Gerät im ersten Jahr mit 450 Euro, im zweiten mit 350 Euro und im dritten Jahr mit 250 Euro versichert. Wird das Handy im dritten Jahr geklaut, erhält der Kunde also nur 82 Euro mehr an Leistung, als er zuvor an Beiträgen einge­zahlt hat. Eine Hals­kette im Wert von 5 000 Euro ist dauer­haft mit 4 500 Euro versichert, hierfür muss der Kunde pro Jahr statt­liche 333,60 Euro zahlen. Für dieses Geld bekäme er schon eine sehr gute Hausrat­versicherung, die seinen gesamten Besitz und nicht nur einen einzelnen Gegen­stand umfasst.

Hausrat­versicherung meist besser

Mit den güns­tigsten Policen im Test von Hausratversicherungen kostet der Schutz je nach Wohn­ort zwischen 50 und 100 Euro im Jahr. Zugrunde gelegt ist dabei eine 100-Quadrat­meter-Wohnung mit einer Versicherungs­summe von 65 000 Euro. Wert­sachen sind dabei mit mindestens 13 000 Euro versichert, außer­halb des Hauses leistet die Hausrat­versicherung je nach Vertrag üblicher­weise zwischen 10 Prozent und 30 Prozent der Versicherungs­summe. Für teure Musik­instru­mente oder besonders wert­volle Schmuck­stücke hingegen taugen weder der Gegen­stands-Schutz noch eine normale Hausrat­versicherung. Hierfür brauchen Kunden eine Spezial­versicherung. Die zahlt dann oft auch bei Beschädigung.

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