Ergebnisse zur Umfrage Krankenhaus Meldung

Fast 6 000 Menschen haben sich an der Online-Umfrage zum Thema Krankenhaus auf test.de beteiligt. Sie haben ihre Erfahrungen mitgeteilt und angegeben, worauf sie im Krankenhaus Wert legen. Nach der Auswertung präsentiert test.de nun die wichtigsten Ergebnisse.

Ein Dankeschön an die Teilnehmer

In nur zwei Wochen 5 876 Umfrageteilnehmer - das ist eine überwältigende Beteiligung. Das Team von Finanztest und test.de bedankt sich an dieser Stelle herzlich bei allen, die mitgemacht haben. Die Aussagen und Erfahrungen der Teilnehmer sind wichtig für künftige Artikel und Untersuchungen. Dennoch: Die Umfrage ist nicht repräsentativ für alle in Deutschland lebenden Menschen – schon allein deswegen, weil sie ausschließlich online zugänglich war.
Hinweis: Viele Teilnehmer haben zusätzlich ihre Mailadresse für eine persönliche Kontaktaufnahme zur Verfügung gestellt. Darüber hat sich das Team von Finanztest und test.de besonders gefreut. Haben Sie aber bitte Verständnis, dass es den Experten nicht möglich ist, jeden zurückzurufen, der sich dazu bereiterklärt hat.

Private Zusatzversicherung

Ergebnisse zur Umfrage Krankenhaus Meldung

Fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer sind in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Die übrigen sind etwa je zur Hälfte komplett privat oder als Beamte über die Beihilfe ihres Dienstherrn mit einer Ergänzung über eine private Versicherung abgesichert. Von den gesetzlich versicherten Umfrageteilnehmern haben etwa 28 Prozent eine private Zusatzversicherung für zusätzliche Leistungen im Krankenhaus, zum Beispiel für die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und für die Behandlung durch Chefärzte. Das ist weit über dem Bundesdurchschnitt. Laut dem Verband der privaten Krankenversicherung gab es Mitte 2008 knapp 5,3 Millionen dieser Zusatzverträge – bei etwa 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland haben im Bundesdurchschnitt also nur 7,6 Prozent der gesetzlich Versicherten eine solche Police.

Welcher Komfort wichtig ist

Die große Mehrheit der Umfrageteilnehmer hat eigene Krankenhaus-Erfahrung: Mehr als 70 Prozent gaben an, dass sie in den letzten zehn Jahren ein Mal oder mehrmals im Krankenhaus behandelt wurden. Sie wissen offenbar die Ruhe in einem Ein- oder Zweibettzimmer zu schätzen. Dass Dusche und Toilette sich im Zimmer befinden sollten, ist für 76 Prozent der Befragten „sehr wichtig“. Das gehört mittlerweile aber in den meisten Kliniken zum Standard, der allen Patienten geboten wird. Einen Fernseher im Zimmer finden etwa zwei Drittel der Befragten „sehr wichtig“ oder „wichtig“, das Telefon am Bett ist für 70 Prozent ebenfalls „sehr wichtig“ oder „wichtig“.

Was das Krankenhaus bieten sollte

Sind die Angehörigen berufstätig, können streng reglementierte Besuchszeiten im Krankenhaus zum Problem werden. Für fast drei Viertel der Befragten ist es daher „sehr wichtig“ oder „wichtig“, dass die Besuchszeiten nicht begrenzt sind. Etwa zwei Drittel legen Wert darauf, dass sie bei ihrem Kind oder einem anderen Angehörigen im Krankenhaus übernachten können (so genanntes Rooming in). Mehr als 80 Prozent wünschen sich einen Aufenthaltsraum, den sie zusammen mit ihrem Besuch nutzen können, eine zum Krankenhaus gehörige Caféteria oder ein Restaurant wünschen sich ähnlich viele. Dass die Teilnehmer dieser Umfrage viel und gerne online sind, zeigte sich auch bei ihren Wünschen zum Krankenhaus: Für rund 1 100 von ihnen ist ein Internetzugang im Krankenhaus „sehr wichtig“ – dagegen fanden nur knapp 300 Teilnehmer eine Patientenbibliothek „sehr wichtig“.

Worauf es bei der medizinischen Versorgung ankommt

Ergebnisse zur Umfrage Krankenhaus Meldung

Auf die Frage „Worauf legen Sie bei Ihrer medizinischen Betreuung Wert?“ stuften nur rund 19 Prozent die Behandlung durch Chefärzte als „sehr wichtig“ ein. Weitaus mehr Umfrageteilnehmer, rund 84 Prozent, halten es für „sehr wichtig“, dass die Abteilung im Krankenhaus viel Erfahrung mit dem bei ihnen geplanten Eingriff hat. Und für rund 68 Prozent ist es „sehr wichtig“, dass immer genügend Krankenschwestern und -pfleger da sind, auch in der Nacht.

Großes Lob für Schwestern und Pfleger

Ergebnisse zur Umfrage Krankenhaus Meldung

Ob Kassen- oder Privatpatient, mit oder ohne Zusatzversicherung: Rund 77 Prozent aller Befragten empfanden es als besonders hilfreich, dass die Krankenschwestern und -pfleger freundlich und hilfsbereit waren. Und das, obwohl rund 42 Prozent der Befragten unangenehm auffiel, dass Ärzte und Pflegepersonal überlastet und gestresst waren. Daran ändert übrigens auch eine private Zusatzversicherung nicht viel. Die drei Balkendiagramme zeigen: Die größten Unterschiede in der Einschätzung ihrer Krankenhausaufenthalte haben mit der Unterbringung zu tun. Während die Hälfte der „normalen“ Kassenpatienten sich durch die Unruhe ihrer Mitpatienten gestört fühlte, empfanden 45 Prozent der Zusatzversicherten es als hilfreich, im Einzelzimmer zu liegen. Dass die Ärzte immer ansprechbar waren, erlebten 43 Prozent der Zusatzversicherten, aber nur 29 Prozent derer ohne Zusatzpolice. Ansonsten schätzen die Patienten ihre medizinische Versorgung relativ ähnlich ein, egal wie sie versichert sind.

Finanztest-Untersuchung und Chat

In der kommenden Finanztest-Ausgabe 11/2009 erscheint eine Untersuchung zu Krankenhaus-Zusatzversicherungen für gesetzlich Krankenversicherte. Am 28. Oktober haben Sie dann zusätzlich die Möglichkeit, offene Fragen zum Thema im Chat auf test.de zu stellen. Eine Finanztest-Expertin beantwortet in der Zeit von 13 bis 14 Uhr Ihre Fragen. test.de informiert Sie rechtzeitig.

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