Computer, Gesundheit, Partnerschaft: Haben Sie sich schon mal online beraten lassen? Die Stiftung Warentest befragte Ihre Leser im Internet. Fast 1 800 Menschen machten mit. Ergebnis: Onlineberatungen kommen gut an. Besonders beliebt sind die Themen Computer und Gesundheit. test.de stellt die Ergebnisse der Onlineumfrage vor.

Antwort auf alle Fragen

Hilfe zum neuen Computerprogramm, Infos zur Krebstherapie und Beratung zur Geldanlage: Im Internet gibt es Lösungen für fast jedes Problem. In Foren, Chats und E-Mail-Diensten. Hier helfen professionelle Experten, aber auch engagierte Laien. Erziehung, Gesundheit, Geld, Recht, Partnerschaft und Computer: Wie gut sind die Online-Berater und wie verlässlich ist das www? Die Stiftung Warentest rief Ihre Leser per Onlinefragebogen zur Beurteilung auf. 1 778 Leserinnen und Leser klickten sich durch 12 Fragen.

Schnell und anonym

Ergebnis: Onlineberatungen kommen gut an. 81 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sich schon mehrmals im Internet beraten lassen. Besonders beliebt sind die Themen Computer, Software, Gesundheit und Ernährung. Auch in Sachen Geld und Recht ist der Rat von Experten gefragt. Die Ratsuchenden schätzen Onlineberatungen, weil sie schnell und unkompliziert funktionieren. Bei sensiblen Fragen wie Ehe- oder Paarberatung spielt auch die Anonymität eine wichtige Rolle. Frauen bevorzugen eher die Beratung in moderierten Chats, Männer stellen Ihre Fragen oft per E-Mail oder Kontaktformular.

Nicht persönlich genug

Drei von vier Befragten sind mit der Onlineberatung insgesamt zufrieden. Sie loben vor allem die Schnelligkeit. Die Kompetenz der Berater gibt noch Anlass zur Kritik. Viele Befragte erlebte die Beratung als nicht persönlich genug. Sie wünschten sich mehr Einfühlungsvermögen und Zeit vom Berater. Auch die Qualität der Beratungsangebote schwankt. Die meisten Befragten haben positive oder eher positive Erfahrungen gemacht. Dagegen stehen aber einige unzufriedene oder sehr unzufriedene Stimmen. Sie kritisierten etwa oberflächliche und standardisierte Antworten oder versteckte Werbung während der Beratung. Alles in allem haben die Ratsuchenden aber Vertrauen gefasst: Zwei von drei Befragten würden sich wieder online beraten lassen.

E-Mail nicht sicher

Die Experten der Stiftung Warentest raten dabei zur Vorsicht. Wer sich online beraten lässt, sollte zunächst prüfen, wer die Beratung anbietet. Ist der Anbieter vertrauenswürdig? Beraten Laien oder Experten? Was kostet die Auskunft? Und bleiben persönliche Daten tatsächlich anonym? Beratungen per Standard-E-Mail sind hier nicht sicher. Normale E-Mails können im Netz von Fremden mitgelesen werden. Das Medium eignet sich nicht zur Übermittlung sensibler persönlicher Informationen – etwa zum Einkommen oder zur Lebenssituation. Solche Daten sollten nur über verschlüsselte https-Verbindungen ausgetauscht werden.

Seelsorge online

Dass sich Onlineberater auch sehr ernsten Themen widmen können, zeigt das Beispiel Telefonseelsorge.de. Der Internetableger des bekannten Sorgentelefons hilft Menschen in Not. Das Angebot ist seit 1995 online. Die Berater helfen per gesicherter E-Mail. Etwa 3 500 Ratsuchende fragen Jahr für Jahr an. Gut 12 000 E-Mails beantworten die Berater im Jahr. Außerdem gibt es einen Expertenchat. Die Beratung bei Telefonseelsorge.de ist kostenlos und anonym.

Nur selten kostenlos

Das ist eine Stärke der Onlineberater: Sie sind meist rund um die Uhr verfügbar. In Foren und Chats gibt es auch um Mitternacht noch Antwort. Ob Hamburg, München, Buxtehude oder Wanne-Eickel: Onlinehilfe gibts überall. Die Anonymität ist ein Vorteil. Niemand muss sich hier für seine Fragen schämen – und sind sie noch so banal. Kostenlos sind die Angebote dagegen nur selten. Zumindest die Hilfe von Profis kostet auch online oft Geld. Beratung im Internet entwickelt sich zum kommerziellen Geschäft. Ein Grund mehr, den Beratern auf die Finger zu schauen.

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