Kosten und Versicherungen

Tiere sind „Privatpatienten“ und kosten Geld

Ergebnisse Umfrage Tierarzt Special

So mancher wird den Gang zum Tierarzt als teuer empfinden. Schließlich sind die Kosten des Arztes nach der Behandlung vom Halter zu bezahlen, da es für Tiere keine gesetzliche Krankenversicherung gibt und sie somit „Privatpatienten“ sind. Fast zwei Drittel der Befragten in der Umfrage haben beim letzten Tierarzt­besuch bis zu 100 Euro ausgegeben. Knapp ein Fünftel gaben zwischen 101 und 300 Euro an. Teurer wurde es nur relativ selten. Dennoch kritisierten manche Befragten die Kosten: „keine Kostentransparenz“ oder „sehr teuer (Nähen und Versorgung einer Wunde: 200 Euro)“ hieß es. Auch als Wechselgrund wurden nicht nachvollziehbare Kosten genannt. Dabei sind den Tierärzten strikte Grenzen bei der Abrechnung ihrer Leistungen gesetzt.

Transparente Rechnung fordern

Ergebnisse Umfrage Tierarzt Special

Beispiel einer vollständig aufgeschlüsselten Rechnung: In der ersten Zeile die Diagnose, dann folgen die Leistungen mit den passenden GOT-Ziffern, zum Schluss die Medikamente. Auch der Gebührenfaktor ist ausgewiesen.

Beispiel einer vollständig aufgeschlüsselten Rechnung: In der ersten Zeile die Diagnose, dann folgen die Leistungen mit den passenden GOT-Ziffern, zum Schluss die Medikamente. Auch der Gebührenfaktor ist ausgewiesen.

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) legt für rund 800 Leistungen und Behandlungsschritte bindend fest, welche Summe abgerechnet werden darf. Einen gewissen Spielraum dürfen die Tierärzte dabei ausschöpfen. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad, dem Zeitaufwand oder Nacht- und Notdiensten können sie Gebühren vom einfachen bis zum dreifachen Satz erheben. Vier von fünf befragten Tierhaltern gaben an, die GOT zu kennen. Fast ebenso viele wussten, dass sie einen Anspruch auf eine vollständig aufgeschlüsselte Rechnung haben. Doch jeder Dritte von ihnen hat noch nie aktiv eine solche bei seinem Tierarzt eingefordert. Eine große Mehrheit der befragten Tierhalter hatte bei ihrem letzten Tierarzt­besuch aber zumindest eine schriftliche Rechnung erhalten. Dabei ist sie in doppelter Hinsicht hilfreich: Sie macht die Kosten durchschaubar und klärt gleichzeitig über gestellte Diagnosen und erfolgte Behandlungen auf.
Tipp: Bestehen Sie immer auf einer vollständig aufgeschlüsselten Rechnung - Sie haben ein Recht darauf. Nur so können Sie nachvollziehen, wie der Tierarzt auf die verlangte Summe kommt. Im Internet finden Sie den Text der Gebührenordnung für Tierärzte.

Krankenversicherung für Tiere

Bei Tier-Krankenversicherungen sollten Halter auf jeden Fall genau hinschauen und vergleichen. Es gibt Tarifangebote, die bestimmte Tierarten oder auch Hunderassen ausschließen. Oder sie verweigern ab einem bestimmten Alter den Schutz. Manche Versicherer verlangen zunächst einen detaillierten Gesundheitscheck, oder sie schließen bestimmte Behandlungen von vornherein aus. Zudem sind die Leistungen in ihrer Höhe oft begrenzt. Rund jeder zehnte Befragte hatte einen Kranken­versicherungs­schutz für sein Tier. Fast ein Fünftel überlegte zumindest, eine Versicherung abzuschließen.
Tipp: Wägen Sie genau ab, ob eine Tier-Krankenversicherung wirklich sinnvoll ist. Selbst wenn eine Police viel abdeckt, hat sie dafür meistens auch ihren Preis. Günstige Alternative: Legen Sie einfach selbst Geld beiseite und lassen Sie es verzinsen. Im Fall der Fälle haben Sie dann ein Finanzpolster, mit dem Sie Ihr Tier versorgen lassen können.

Tierhalter-Haftpflichtversicherung

Mit einer Haftpflichtpolice für Tierhalter sollten sich Hunde- und Pferdebesitzer absichern, denn in der normalen Haftpflicht sind durch diese Tiere verursachte Schäden in der Regel nicht mit abgesichert. Halter haften generell für jeglichen Schaden, den ihre Tiere verursachen - auch ohne eigenes Verschulden. Und das kann schnell extrem teuer werden, wenn beispielsweise das Pferd einen größeren Unfall verursacht oder der Hund ein kleines Kind sehr schwer verletzt. Daher gilt: Eine Haftpflichtversicherung sollte jeder Besitzer von größeren Tieren haben. In einigen Bundesländern ist eine solche Police sogar für alle Hunde­halter Pflicht, nicht nur für die Halter sogenannter Kampfhunde. Rund neun von zehn Hunde- oder Pferdehaltern in unserer Umfrage hatten eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

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