Ergeb­nisse Umfrage Hörgeräte Special

Die Resonanz war groß. Fast 2 800 Menschen nahmen an der Onlineumfrage der Stiftung Warentest zum Thema Hörgeräte teil. Vielen Dank! Die Umfrage zeigt: Die große Mehr­heit ist mit ihren Hörgeräten zufrieden. Doch es gibt auch kritische Töne. Zwei Punkte bemängeln die Nutzer besonders oft: Hohe Kosten für Hörhilfen aus eigener Tasche sowie störende Neben­geräusche. Beides muss nicht sein. Die Experten der Stiftung Warentest geben Tipps für die Auswahl von Hörgeräten.

Verbreitet: Geräte hinter dem Ohr

Niemand braucht sich für Hörgeräte zu schämen, meinen Teilnehmer der Online-Umfrage zu Hörgeräten und Hörgeräte­akustikern. Die meisten der fast 2 800 Befragten sind männ­lich, 60 oder älter und gesetzlich versichert. Ihr Hörverlust betrifft über­wiegend beide Ohren und ist oft mittel­gradig (57 Prozent), seltener hoch­gradig (21 Prozent). Fast alle Umfrage­teilnehmer tragen Hörgeräte – meist sogenannte Hinter-dem-Ohr-Geräte (siehe Grafik). Die sitzen dort, wo auch Brillenbügel Halt finden, und leiten den Schall durch einen Schlauch in den Gehörgang weiter. Auf Platz zwei folgen mit weitem Abstand Im-Ohr-Geräte. Andere Typen wie Hörbrillen oder Hörimplantate kommen so gut wie gar nicht vor. 4 Prozent der Befragten besitzen trotz Hörstörung keine Hörgeräte. Als Grund nannten sie zum Beispiel Eitel­keit oder die Befürchtung, dass Hörhilfen viel kosten.

Ergeb­nisse Umfrage Hörgeräte Special

Die große Mehr­heit ist mit ihren Hörgeräten zufrieden

Ergeb­nisse Umfrage Hörgeräte Special

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Hörgeräten?

Rund drei Viertel der Befragten sind mit ihren Hörgeräten zufrieden oder sogar sehr zufrieden (siehe Grafik). Sie loben zum Beispiel, dass Hörgeräte lang vermisste Natur­geräusche zurück­bringen und Musiklieb­haber freuen sich über wieder­entdeckten Konzert­genuss. Auch Vorteile wie „Sicherheit im Verkehr“ oder „Gespräche ohne Nach­fragen“ werden oft genannt. Kurz: Hörgeräte ermöglichen mehr Teilhabe am Leben. Oder wie ein Nutzer es ausdrückt: „Ich bin wieder dabei. Das Leben in einer Käseglocke ist vorüber.“

Tipp: Nach dem Frei­schalten des Specials lesen Sie, wie Sie in fünf Schritten zum richtigen Hörgerät kommen. Dazu gibt es Informationen zur Frage, was die Kassen zahlen, sowie die Umfra­geergeb­nisse im Über­blick.

Wichtiger Kritik­punkt: Störschall

Doch neben den zufriedenen gibt es auch kritische Töne. Manche Nutzer monieren, dass Batterien nicht lange halten. Im Mittel geben die Befragten dafür übrigens monatlich 5 Euro aus. Einige Umfrage­teilnehmer nervt, dass Hörgeräte nicht feucht werden dürfen, also etwa vorm Duschen, bei Regen oder zum Sport heraus­zunehmen sind. Und viele Befragte beklagen, dass Hörgeräte Störschall schlecht ausfiltern. Das macht Neben­geräusche quälend laut, Gruppen­gespräche schwer verständlich. Auch mit hoch­modernen und teuren Hörhilfen ist das Problem wohl noch nicht komplett zu lösen.

Eher selten: Hörtraining beim Akustiker

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Welche Leistungen hat er bei der Hörgeräte­anpassung erbracht?

Akustiker können Störschall aber mindern und insgesamt das Beste aus Hörhilfen heraus­holen – durch optimale Anpassung. Laut Auskunft der Umfrage­teilnehmer erbringen die meisten Akustiker wichtige Leistungen in diesem Bereich (siehe Grafik). Was offen­bar eher selten statt­findet: Hörtraining. Dabei werden Menschen stufen­weise und unter Anleitung wieder an verschiedene Geräusche gewöhnt. Das kann helfen, wenn Betroffene mit Hörgeräten sehr unter Störschall leiden, ist aber keine reguläre Kassen­leistung. Auch von Vorteil ist es, wenn Hörgeschädigte mehrere Geräte ausprobieren können. 38 Prozent der Umfrage­teilnehmer erhielten vom Akustiker aber nur ein oder zwei Modelle. Und insgesamt war die Anpassungs­phase recht kurz. Sie dauerte bei 61 Prozent der Befragten maximal drei Monate.

Oft hohe Zuzah­lungen aus eigener Tasche

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Was haben Sie bezahlt?

Um hohe Summen ging es dagegen bei den Kosten. 800 Euro zahlten die Befragten im Mittel aus eigener Tasche für ihre Hörgeräte – pro Ohr (siehe Grafik). Nur jeder Sechste hat zuzahlungs­freie Hörgeräte. Und: Viele Befragte bekamen diese nicht einmal zur Probe. Das ist bei gesetzlich Versicherten eigentlich Pflicht. Kunden sollten beim Akustiker also notfalls aktiv um zuzahlungs­freie Geräte zum Ausprobieren bitten. Diese können den Hörverlust nach Einschät­zung von Experten oft gut ausgleichen. Weitere Tipps zur Auswahl, Anpassung und Finanzierung finden Sie im Artikel nach dem Frei­schalten.

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