Ergeb­nisse Umfrage E-Learning Meldung

Wer elektronisch lernt, wählt seinen Weg zum Wissen sehr bewusst. Mit Lern-Apps und Lernsoftware lernen Nutzer Fremd­sprachen, digitale Lern­spiele nutzen sie um betriebs­wirt­schaftliche Kennt­nisse zu üben und mit Wikis und Blogs erweitern sie ihr IT-Wissen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage unter 485 test.de-Lesern.

Lernen Sie schon elektronisch?

Für die nicht repräsentative Umfrage hatte die Stiftung Warentest im Zeitraum vom 24. Oktober bis 15. Dezember 2012 ihre Leser online dazu befragt, welche elektronische Lern­angebote sie kennen und wie sie sie nutzen. Insgesamt 485 Teilnehmer haben geant­wortet.

Ergeb­nisse Umfrage E-Learning Meldung

Das Ergebnis: Drei­viertel aller Befragten kennen Lernsoftware beispiels­weise auf CD-Rom oder DVD und immerhin noch 68 Prozent das Lernen via Internet oder Intranet. Über­raschend unbe­kannt sind Lernapps. Dass mit ihrer Hilfe auch ein Smartphone oder Tablet zum mobilen Lernen genutzt werden kann, ist nicht einmal jedem Dritten bekannt. Die Umfrage zeigt auch: Wer E-Learning kennt, nutzt das Angebot auch. Etwa die Hälfte der Befragten, die diese Lernform kennen, hat im vergangenen Jahr eine der genannten elektronischen Lernformen in Anspruch genommen.

Nach diesen E-Learningformen hat test.de gefragt

Neun Lernformen standen zur Wahl:

  • Lernsoftware: Lern­programme für den Computer, die auf CD-Roms oder DVDs gespeichert sind. Auch Computer Based Training (CBT) genannt.
  • Online­kurse: Lern­programme, bei denen das Lernen via Internet oder Intranet statt­findet, die Lerner aber nicht gleich­zeitig online sind. Ein Austausch über Foren oder Chats ist aber möglich. Auch Web Based Training genannt (WBT)
  • Live-Online­kurse: Die Teilnehmer und Dozenten treffen sich zu einem bestimmten Zeit­punkt in virtuellen Klassenräumen oder zu Webinaren im Internet.
  • Podcasts: Wissens­vermitt­lung über Filme oder Audiodateien, die Nutzer meist kostenlos aus dem Internet herunter­laden können.
  • Blended Learning: Mix aus Präsen­zunter­richt beim Anbieter vor Ort und E-Learning-Elementen.
  • Soziale Netz­werke: Wissens­vermitt­lung durch die Kommunikation über Netz­werke wie Facebook, Xing oder Twitter.
  • Soziale Medien: Wissens­vermitt­lung durch den Austausch über Wikis oder Blogs.
  • Lernapps: Anwendungen für Smartphones oder Tablet-PCs, die mobiles, kabelloses Lernen möglich machen.
  • Serious Games: Digitale Lern- und Plan­spiele.

Thema bestimmt den Lernweg

Die Angaben der test.de-Leser zur Bekannt­heit der Lernformen decken sich in vielen Punkten mit den Ergeb­nissen einer repräsentativen Umfrage, die der Branchen­verband Bitkom unlängst veröffent­licht hat. So gehören auch bei der Bitkom-Umfrage Lernsoftware und Online­kurse zu den bekann­testen E-Learning-Formen während Apps, Podcats und Serious Games im Kommen sind. Zusätzlich fragte test.de die Nutzer, welche Form des IT-gestützten Lernens sie für welches Thema nutzen. Hier zeigt sich, dass die Lerner ihren Weg zum Wissen sehr bewusst wählen. Während sie beispiels­weise mit Hilfe von Apps und Software gern Fremd­sprachen lernen, nutzen sie Serious Games vor allem, um ihre betriebs­wirt­schaftlichen Kennt­nisse zu verbessen. Geht es um IT-Wissen, ist dagegen der Austausch mit anderen Nutzern über Wikis und Blogs besonders wichtig. Für das Training von Führungs- und Kommunikations­fähig­keiten ist E-Learning weniger gefragt. Nur 11 Prozent nutzten Lernsoftware und 12 Prozent Lernapps, um diese Kompetenzen zu üben. Die Ergeb­nisse im Detail:

Lernsoftware für Fremd­sprachen und IT-Wissen

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Lernapps für Frem­sprachen

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Online­kurse für IT-Wissen und BWL-Kennt­nisse

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Serious Games für BWL und Führungs­kräfte-Know-How

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Soziale Medien für das IT-Wissen

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Die Kosten sind unterschiedlich

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test.de fragte auch nach den Ausgaben für das E-Learning. Die Mehr­heit (58 Prozent) gab an, im vergangenen Jahr Geld für E-Learning-Angebote ausgegeben zu haben. 15 Prozent der Teilnehmer haben sogar über 500 Euro investiert. Trotzdem halten sich insgesamt die Kosten für E-Learning in Grenzen. Mehr als zwei Drittel der Befragten hat für das elektronische Lernen in den letzten zwölf Monaten nicht mehr als 100 Euro ausgegeben.

„E-Learning ist die Zukunft“

Ein gemischtes Bild ergibt sich aus den freien Äußerungen, die die Umfrage­teilnehmer am Ende des Fragebogens machen konnten. Ein Nutzer schwärmt beispiels­weise für das elektronische Lernen: „Die Zeiten des sturen Lernens aus dem Buch sind vorbei. Nun versteht man was man lernt und vergisst es auch so schnell nicht wieder.“ Ein anderer ist über­zeugt: „E-Learning ist die Zukunft und wird immer mehr zunehmen.“ Der nächste Teilnehmer dagegen zeigt sich enttäuscht: „Meine bisherigen E-Learning-Erfahrungen sind durchweg negativ. Nervige IT-Probleme, wenig Inter­aktion, sehr schema­tische 0-oder 1-Didaktik, wenig moti­vierend, hohes Ablenkungs­potenzial.“

Die richtige Lernform finden

Dass die richtige Lernform auch eine Typsache ist, bringt ein Leser auf den Punkt: „Ob man einen menschlichen Lehrer braucht (...) oder besser selbst­ständig lernen kann (...) ist meines Erachtens stark persönlich­keits­abhängig (...).“

Tipp: Welche Lernform für Sie die richtige ist, lesen Sie im kostenlose Leitfaden „E-Learning“ der Stiftung Warentest.

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