Ergänzungspolicen zur Krankenversicherung Test

Kassenpatient bleibt Kassenpatient. Mit keiner Ergänzungsversicherung sind Leistungen erreichbar, wie sie Patienten auf Kosten einer Privatpolice in Anspruch nehmen können. Aber immerhin lassen sich einige Lücken im gesetzlichen Krankenversicherungsschutz schließen oder zumindest verkleinern. Sämtliche Angebote sind auf die geltenden Regeln abgestimmt. Zusätzliche Lücken, die die neue Gesundheitsreform reißt, schließen sie daher nicht. Finanztest sagt, wo es für Kassenpatienten welchen Zusatzschutz gibt.

Extras zur Auswahl

Beispiel Zahnersatz: Die Krankenkasse zahlt meist nur 50 Prozent, bei Nachweis regelmäßiger Zahnarztuntersuchungen bis zu 65 Prozent. Zahnzusatzversicherungen übernehmen meist weitere 20 bis 30 Prozent. Beispiel Heilpraktiker: Die Kasse zahlt gar nichts, die Ergänzungsversicherung übernimmt immerhin einen Teil der Rechnung. Wenn allerdings mehrere Behandlungen pro Jahr nötig sind, muss der Patient trotz Ergänzungsversicherung fast immer den größeren Teil der Kosten selbst tragen.

Besonderheit bei Brillen

Beispiel Brillen und Kontaktlinsen: Noch zahlen die Kassen einen Zuschuss zu den Gläsern, wenn sich die Sehstärke um 0,5 oder mehr Dioptrien geändert hat. Brillengestelle und Extras wie Entspiegelung oder Tönung sind schon heute selbst zu zahlen. Ab Januar gibts in den meisten Fällen gar nichts mehr. Die Hälfte der Ergänzungstarife zahlt hier alle zwei oder alle drei Jahre einen Zuschuss von bis zu 175 Euro und ist auch nach der Gesundheitsreform noch geeignet. Bei den übrigen Angeboten allerdings hängt die Leistung der Versicherung davon ab, ob auch die gesetzliche Krankenkasse einen Zuschuss gewährt. Diese Tarife haben im Testkompass unter Brillen und Kontaktlinsen die Einstufung „mittel“ und sind ab Januar in der jetzigen Form nicht mehr geeignet. Ob die Versicherungen die Leistungen für Sehhilfen neu festlegen und wie sie bei bereits bestehenden Verträgen in Zukunft verfahren werden, ist noch unklar.

Schutz fürs Ausland

Beispiel Auslandsreise: Mit dem Auslandskrankenschein der Kasse gibts in vielen Ländern nur sehr bescheidene Leistungen und außerhalb Europas oft gar nichts. Mit einer Auslandsreisekrankenversicherung haben Patienten in den meisten Ländern Anspruch auf Übernahme der Kosten für eine gute Behandlung und unter bestimmten Umständen auch den Rücktransport in die Heimat. Nur wegen des Auslandsschutzes lohnt sich eine Ergänzungsversicherung allerdings nicht. Grund: Auslandsreisekrankenversicherungen gibt es einzeln ausgesprochen günstig.

Neue Angebote in Arbeit

Zusätzliche Angebote werden im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen ab 2004 in Zusammenarbeit mit privaten Versicherern selbst Ergänzungspakete anbieten. Eine ganze Reihe von Kassen haben bereits Angebote angekündigt. Wie gut sie sein werden, kann derzeit noch niemand sagen. Sobald eine ausreichende Anzahl von Angeboten zur Wahl steht, wird Finanztest sie unter die Lupe nehmen.

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