Die Regeln des Aufsichts­amts Bafin zu Erfolgs­gebühren: Es bleiben viele Schlupf­löcher

Viele Jahre durften Fondsanbieter die Erfolgs­gebühren gestalten, wie sie wollten. Damit ist seit dem 1. Juli 2013 Schluss. Ab diesem Datum gelten für in Deutsch­land aufgelegte Fonds einige verbindliche Regeln, über deren Einhaltung die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) wacht.

In drei Punkten verbessert sich der Anleger­schutz. Erstens dürfen die Fonds­gesell­schaften die Gebühr nur noch vom Netto­ertrag berechnen, müssen also vorher ihre internen Kosten abziehen. Zweitens gibt es nun einen verbindlichen Verlust­vortrag. Der Fonds muss zunächst alle Rück­stände, die er in den vergangenen fünf Jahren gegen­über seiner Mess­latte angehäuft hat, aufholen, ehe er eine Erfolgs­gebühr erheben darf. Drittens ist es nicht mehr erlaubt, den Anla­geerfolg für kürzere Intervalle als ein Jahr zu berechnen.

Die Rege­lungen gehen leider nicht weit genug. So können die Anbieter die Höhe der Gebühr immer noch selbst fest­legen und auch einen Maßstab wählen, der für sie günstig ist, nicht jedoch für den Anleger.

Vor allem aber gelten die Vorschriften nur für Fonds, die in Deutsch­land aufgelegt wurden. Die meisten hier zugelassenen Fonds, selbst viele Produkte der großen deutschen Gesell­schaften Allianz Global Investors, Deka, DWS und Union Investment stammen aber aus Ländern wie Luxemburg und Irland. Immerhin haben sich die vier Markt­führer nach anfäng­lichem Zögern inzwischen verpflichtet, auch ihre im Ausland aufgelegten Fonds den Bafin-Vorschriften zu unterwerfen.

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