Erfolgs­gebühren bei Fonds Meldung

Erfolgs­abhängige Gebühren bei Fonds sind für Anleger ein Ärgernis. Besonders betroffen sind Misch- und Strategiefonds. Doch was Erfolg ist, definieren die Fonds­gesell­schaften unterschiedlich. Einig sind sie sich nur darin: Wenn der Fonds Verluste macht, bekommt der Anleger nichts zurück.

Für „Anla­geerfolg“ extra zahlen

Die Hälfte aller von Finanztest untersuchten flexiblen Misch­fonds erhebt eine Erfolgs­gebühr. In einigen Gruppen sogenannter Strategiefonds liegt die Quote der Produkte mit Erfolgs­gebühr sogar bei über 80 Prozent. Dagegen müssen Anleger nur bei 17 Prozent der Aktienfonds Welt für einen „Anla­geerfolg“ extra zahlen.

Manchmal ist der Maßstab einfach nur die Null-Linie

Den Erfolg messen Fonds­gesell­schaften unterschiedlich. Stets gibt es einen Vergleichs­maßstab, zum Beispiel einen Aktien­index oder eine Zins­mischung, den der Fonds im Abrechnungs­zeitraum über­bieten muss. Manchmal ist der Maßstab einfach nur die Null-Linie. Bei vielen Fonds ist die Gebühr außerdem an das Erreichen eines neuen Höchst­stands gekoppelt.

Verluste sind das Problem des Anlegers

Viele Anbieter setzen die Mess­latte für die Erfolgs­gebühr sehr nied­rig an. So geht beim Strategiefonds SEB Asset Selection EUR C (Isin LU0256624742) ab neuem Höchst­stand ein Fünftel jedes Wert­zuwachses gegen­über einer Zins­richt­schnur als Belohnung an die Fonds­gesell­schaft. Im Jahr 2015 war die Erfolgs­gebühr zum Beispiel mit 2,87 Prozent deutlich höher als die laufenden Kosten, die 1,15 Prozent betrugen. Umge­kehrt erhalten Anleger niemals eine Erstattung, wenn ein Fonds Verluste einfährt.

Manche berechnen Erfolgs­gebühr vor Abzug der Kosten

Bei einigen Fonds wird die Erfolgs­gebühr nicht nach, sondern vor Abzug der Kosten berechnet. Diese Methode ist unfair und nach den Regeln der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) seit 2013 nicht mehr zulässig. Allerdings bezieht sich die Vorschrift nur auf Fonds, die in Deutsch­land aufgelegt wurden.

Tipp: Im Produktfinder Fonds können Sie für alle von Finanztest untersuchten Fonds filtern, ob sie eine Erfolgs­gebühr haben oder nicht. Bei börsen­gehandelten Indexfonds (ETF) zahlen Sie keine Erfolgs­gebühr. Für die meisten Anleger reichen sie völlig aus.

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