Die Aufsichts­behörde Bafin geht jetzt gegen unfaire Gebühren­methoden von Fonds­gesell­schaften vor. Fondsanbieter müssen erfolgs­abhängige Gebühren fairer gestalten. Die Regelung gilt zunächst nur für deutsche Fonds.

Erfolgs­honorar oft Nachteil für Anleger

Erfolgs­abhängige Gebühren sollen Fonds­manager anspornen – was auch im Sinne der Anleger ist. Tatsäch­lich jedoch werden Anleger durch Erfolgs­gebühren oft benach­teiligt. Die Aufsichts­behörde Bafin geht jetzt gegen die unfairen Methoden vor. Finanztest hatte das Gebaren der Fondsanbieter bereits vor zwei Jahren kritisiert und die nun geänderten Punkte angeprangert „Investmentfonds: Gebührentricks ärgern Anleger“.

Bessere Darstellung von Erfolg und Miss­erfolg

Ein Erfolgs­honorar fällt an, wenn ein Manager einen Vergleichs­index oder eine feste Renditehürde über­trifft. Oft war es üblich, den Erfolg in jedem Jahr von Neuem zu berechnen – auch wenn der Fonds im Jahr zuvor seine Mess­latte nicht erreicht hatte. Künftig müssen die Anbieter schlechte Ergeb­nisse über fünf Jahre fort­schreiben.

Berechnungs­zeitraum muss länger sein

Einige Gesell­schaften berechneten Erfolgs­gebühren auf vierteljähr­licher oder monatlicher Basis. Anleger mussten zahlen, obwohl der Fonds auf Jahres­sicht gar keinen Erfolg erzielt hatte. Die Bafin verlangt nun einen Berechnungs­zeitraum von mindestens zwölf Monaten.

Abzug von Kosten vor der Erfolgs­rechnung

Manche Anbieter kalkulierten den Erfolg, ohne hier­von zuvor die Kosten abzu­ziehen. Unterm Strich hatten Anleger dann oft gar keinen Mehr­ertrag mehr erzielt, zahlen mussten sie trotzdem. Künftig müssen die Gesell­schaften vor der Erfolgs­rechnung andere Kosten abziehen.

Wann Erfolgs­honorare weiter möglich sind

Die Gesell­schaften können weiter ein Erfolgs­honorar kassieren, wenn der Fonds zwar besser als der Vergleichs­index, aber im Minus war. Zudem ist es nach wie vor möglich, das Über­schreiten der Null-Prozent-Hürde als Erfolg zu werten.

Rege­lungen nur für deutsche Fonds

Die neuen Regeln gelten vor­erst nur für in Deutsch­land aufgelegte Fonds. In Luxemburg aufgelegte Fonds können die unfairen Methoden weiter anwenden. Auf europäischer Ebene wird derzeit jedoch an neuen Fonds­regeln gearbeitet.

Tipp: Aktienfonds bieten gerade in der Krise eine substanzielle Geld­anlage. Wichtig ist aber die Fonds­auswahl: Gute Qualität alleine reicht nicht – ein Fonds muss auch zum Anleger passen. Mit dem großen Fonds­test der Stiftung Warentest gelingt die Auswahl Investmentfonds: Die besten Fonds für Sie.

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