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10 Antworten zum Thema Erdgasauto

1. Gibt es schon gebrauchte Erdgasautos? Ja. Erdgasautos fahren in Deutschland seit etwa 1995. Unternehmen wie die Deutsche Telekom haben Fuhrparks aufgebaut und tauschen die Fahrzeuge ab und an gegen neuere Modelle aus. Autobörsen für Erdgasfahrzeuge gibts im Internet: gibgas.de, erdgasfahrzeuge.de und autoscout.de.

2. Wo gibts Subventionen? Lokale Energieversorger unterstützen die Entscheidung für ein Erdgasauto mit einem Zuschuss bis zu 2 500 Euro. Meist in Form von Tankgutscheinen. Fragen Sie ihren Gasversorger. Für Firmenwagen und Taxibetriebe gibts auch Förderprogramme der Kommunen.

3. Sind Erdgasautos gefährlich? Nicht gefährlicher als andere Autos. Sicherheitsventile sorgen dafür, dass das Gas im Notfall kontrolliert entweicht. Das passiert beispielsweise, wenn das Auto brennt. Auch die Feuerwehr und der ADAC setzen Erdgasautos ein.

4. Was bedeutet CNG? Das Kürzel CNG steht für Compressed Natural Gas, zu deutsch: komprimiertes natürliches Gas. Die Bezeichnung steht für Erdgas. Im Gegensatz zu Autogas: LPG = Liquid Petroleum Gas. Ein Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung.

5. Sind Erdgasautos langsamer? Kaum. Die Motorleistung eines Erdgasautos ähnelt dem eines Benziners. Benziner beschleunigen etwas schneller. Auch die Höchstgeschwindigkeit liegt beim Benziner etwa fünf bis zehn Stundenkilometer höher. Erdgasautos fahren dagegen ruhiger. Der Motor läuft etwas leiser.

6. Sind reine Erdgasautos besser? Eigentlich ja: Monovalente Autos sind auf Erdgas optimiert. Sie fahren besonders ruhig, sparsam und schadstoffarm. Erdgas hat einen höheren Brennwert als Benzin. Es ist klopffester: 130 Oktan. Eurosuper hat nur 95 Oktan. Ein Motor kann zwar beide Kraftstoffe verarbeiten, aber nur auf einen optimiert sein. Für bivalente Erdgasautos spricht dagegen die höhere Reichweite. Die Autoindustrie arbeitet derzeit an so genannten Strukturtanks, die bei ähnlicher Größe noch mehr Erdgas fassen.

7. Bieten Erdgasautos weniger Platz ? Das hängt vom Modell ab. Erdgastank und Leitungen brauchen natürlich Platz. bei vielen Autos geht ein Teil des Kofferraums verloren. Beispiel: Mercedes E 200 NGT. Hier ist der Kofferraum kleiner und die Mulde fürs Reserverad wird durch den Erdgastank blockiert. Viel Platz bietet Fiat Multipla und Opel Zafira. Sie tragen ihren Erdgastank unter dem Fahrzeugboden.

8. Kann ich meinen Benziner umrüsten lassen? Im Prinzip ja. Einige Experten raten derzeit aber von einer Umrüstung ab. Grund: Die Sachmängelhaftung des Fahrzeuganbieters erlischt. Auch Herstellergarantien können durch eine Umrüstung verloren gehen. Lassen Sie Ihr Fahrzeug nur umrüsten, wenn die ausführende Fachwerkstatt die Sachmängelhaftung übernimmt. Hersteller und Automobilclubs wollen in Zukunft spezielle Fachwerkstätten empfehlen. Nachteil jeder Umrüstung: Die nachträglich eingebaute Technik raubt Platz.

9. Kann ich mit Erdgasauto verreisen? In Deutschland kein Problem: Rund 550 Tankstellen sind über die Republik verteilt. Von Westerland im Norden bis Bad Reichenhall im Süden, von Aachen im Westen bis Frankfurt/Oder im Osten. Noch mehr Erdgastankstellen gibts in Norditalien. Auch in Österreich und der Schweiz ist Erdgas zu haben. Ebenso in Schweden.

10. Kann ich mein Auto zu Hause betanken? Im Prinzip ja, aber das wäre zu teuer. Heizgasleitungen liefern Erdgas mit wenig Druck. Erdgasautos tanken das Gas dagegen komprimiert. Der notwendige Kompressor lohnt sich nicht für den Hausgebrauch.

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Fakten zum Thema Erdgas

  • Naturprodukt. Erdgas ist ein Naturprodukt. Es besteht zu 85 Prozent aus Methangas. Die restlichen 15 Prozent sind Stickstoff, Kohlendioxid und Kohlenwasserstoffe wie Ethan, Propan und Butan. Erdgas gehört ebenso wie Erdöl und Kohle zu den natürlich brennbaren organischen Rohstoffen.
  • Kein Autogas. Erdgas hat nichts mit Autogas zu tun. Autogas ist eine Mischung aus Propan und Butan. Wird auch als Flüssiggas bezeichnet: Ein Abfallprodukt bei der Erdölverarbeitung. Das flüssige Gas ist niedriger verdichtet. Motoren für Autogas sind anders eingestellt. Es gibt kaum Ab-Werk-Modelle. Nur Nachrüstung. Der Bund fördert Autogas nur noch bis 2009.
  • Gasreserven bis 2100. Die heute bekannten Erdgasvorräte reichen vermutlich weit über das laufende Jahrhundert hinaus.
  • Hauptlieferant Russland. Das in Deutschland verkaufte Erdgas stammt vor allem aus Russland (37 Prozent) und Norwegen (21 Prozent). 19 Prozent werden in Deutschland gefördert, 17 Prozent in den Niederlanden. Die restlichen sechs Prozent kommen aus Großbritannien und Dänemark.
  • Steuervorteil. Die steuerliche Begünstigung für Erdgas ist bis 2020 festgeschrieben. Benzin wird bis dahin immer teurer sein. Trotzdem kann Erdgas natürlich teurer werden. Steigt der Ölpreis, zieht meist auch der Gaspreis an: Obwohl es keinen natürlichen Zusammenhang gibt. Erdgas hat mit Erdöl nichts zu tun.
  • Tanken nach Gewicht. Erdgas wird an Tankstelle nach Gewicht - nicht nach Volumen - verkauft. Das schreibt das Eichgesetz vor. Der Preis hängt vom Energiegehalt des Gases ab. H-Gas enthält mehr Energie und ist teurer. Der Energiegehalt wird in Kilowattstunden angegeben.
  • Erdgassorten. In Deutschland gibt es zwei Erdgassorten: H-Gas(High-Gas) und L-Gas (Low-Gas). H-Gas hat einen höheren Heizwert und hält Erdgasautos länger in Fahrt. Es ist fast bundesweit im Angebot. L-Gas gibt es überwiegend in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Reichweite von Erdgasautos ist mit L-Gas geringer. Dafür ist L-Gas billiger.
  • Verbrauch nach Volumen. Autohersteller geben den Gasverbrauch in Kubikmetern an. Das ist eine EU-Vorgabe. Der Kraftstoffverbrauch von Erdgasfahrzeugen muss demnach in Kubikmeter je 100 Kilometer angegeben werden. Der für die Praxis interessante Verbrauchswert in Kilogramm je 100 Kilometer ergibt sich durch folgende Formel: Kubikmeterverbrauch x Gasdichte 0,696. Beispiel für Opel Zafira CNG: 7,6 Kubikmeter pro 100 Kilometer x Gasdichte 0,696 = 5,3 Kilogramm pro 100 Kilometer.
  • Argentinien fährt vorn. Die meisten Erdgasautos gibts derzeit in Argentinien. Hier fahren bereits über eine Million Fahrzeuge mit Erdgas. In Italien rund 450 000, in Brasilien 330 000 und in den USA etwa 100 000. Auch in Pakistan, Indien und China gibt es viele Erdgasautos.
  • Freie Fahrt. Seit 1. Januar 2005 gilt der verschärfte EU-Grenzwert für Feinstäube in der Luft. Großstädte, die den Grenzwert nicht einhalten, können bei dicker Luft nun Fahrverbote verhängen. Betroffen sind vor allem Diesel-Pkw ohne Partikelfilter und ältere Benziner. Erdgasautos haben freie Fahrt.

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