Erdgasautos Meldung

Benzin und Diesel werden immer teurer. Wer sparen will, steigt auf Erdgas um. Es verbrennt sauberer und kostet nur die Hälfte. Fast 30 000 Autos sind in Deutschland bereits mit Erdgas unterwegs. Vor allem Taxen und Firmenwagen. Nun ziehen Privatleute nach. Fiat, Ford, Opel und Volvo bieten gleich mehrere Erdgasmodelle an. Auch Citroen, Mercedes, Peugeot und VW sind im Rennen. Der Fiskus versüßt den Umstieg mit Steuervorteilen. test.de stellt die Technik vor und sagt, welche Modelle mit Erdgastank zu haben sind.

Sauberer mit Gas

Am Anfang war der Gasantrieb: 1860 baute Jean Joseph Lenoire den ersten brauchbaren Gasmotor mit elektrischer Zündung. Auch der erste Ottomotor lief 1864 noch mit Gas. Dann machten Benziner das Rennen. Heute erlebt der flüchtige Kraftstoff seine Renaissance: Immer mehr Autofahrer geben Gas. Erdgas. Der Ottomotor bleibt an Bord. Ein Gastank und die notwendige Steuerungstechnik kommen hinzu. Erdgas verbrennt sauberer als Diesel und Benzin. Ergebnis: Bis zu 25 Prozent weniger Kohlendioxid und 75 Prozent weniger Kohlenmonoxid im Abgas. Außerdem setzen Erdgasautos weniger Stickoxide und Schwefeldioxid frei. Rußpartikel wie beim Diesel gibt es bei der Erdgasverbrennung kaum.

Mit Gas und Benzin

Erdgasautos fahren mit normalem Ottomotor. Sie tanken Gas oder Benzin. Im Prinzip lässt sich jeder Benziner auf Erdgas umrüsten. Dabei geht allerdings meist die Herstellergarantie verloren. Mehr dazu in den Tipps. Viele Autohersteller bieten heute Erdgasmodelle ab Werk. Es gibt zwei Varianten: bivalente und monovalente Erdgasautos. Monovalente Autos sind auf Erdgas optimiert. Sie haben nur einen kleinen Reservetank für Benzin. Das ist besonders sparsam und sauber. Nachteil: Die Reichweite ist geringer. Bivalente Erdgasautos haben neben dem Gastank auch einen Tank für Benzin. Ist der Gasvorrat erschöpft, schaltet die Technik automatisch auf Benzinverbrennung um. Vorteil: höhere Reichweite.

1 200 Tankstellen geplant

Reichweite ist heute noch wichtig, denn in Deutschland gibt es erst etwa 550 Erdgastankstellen. Genug für eine Reise quer durch die Republik, zu wenig für Pendler, die nur mit Erdgas fahren. Eine Tankfüllung reicht bei Erdgasautos für etwa 180 bis 420 Kilometer – je nach Modell. Vor allem auf dem Land ist die Tankstellendichte noch zu dünn. Immerhin kommen pro Monat etwa 15 neue Tankstellen hinzu. Bis zum Jahr 2007 soll es bundesweit etwa 1 200 Erdgas-Tankstellen geben. Das Gas wird komprimiert in die Tanks gefüllt, mit einem Druck von 200 bar. Die Tanks sind crashsicher und gegen Explosionen geschützt. Sicherheitsventile lassen das Gas im Notfall kontrolliert entweichen. Der ADAC hat jüngst einen Opel Zafira mit Gasantrieb gecrasht. Ergebnis: Fahrzeug und Gastank sind sicher.

18 Euro für 420 Kilometer

Der Staat fördert Erdgasautos durch Steuervorteile. Für das Gas kassiert er nur etwa 20 Prozent der üblichen Mineralölsteuer. Die Tankstellen verkaufen Erdgas kiloweise. Ein Kilogramm kostet rund 70 Cent. Das entspricht einem Benzinpreis von etwa 47 Cent pro Liter. Traumhaft günstig. Den derzeit größten Erdgastank hat der Fiat Multipla - Platz sparend unter dem Fahrzeugboden. Er fasst 26,5 Kilogramm. Einmal voll tanken kostet rund 18 Euro. Damit fährt der Multipla etwa 420 Kilometer. So billig wie kein Benziner.

Aufpreis in zwei Jahren eingefahren

In der Anschaffung sind Erdgasautos allerdings teurer. Sie kosten etwa zwei- bis dreitausend Euro mehr als vergleichbare Benziner. Bei einer Jahresfahrleistung von 20 000 bis 25 000 Kilometern ist der Aufpreis nach etwa zwei Jahren wieder eingefahren. Nun sparen Sie. Viele Gasversorger wie E.ON Ruhrgas und Gasag Berlin geben Zuschüsse in Form von Tankgutscheinen. Einige Autoversicherer haben günstige Umwelttarife für Erdgasautos im Programm. Beispiel: Der Gerling-Konzern gewährt 15 Prozent Rabatt für monovalente Erdgasautos. Außerdem gibt es Förderprogramme für Taxen und Firmenwagen.

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