Erdgas von Tchibo Schnelltest

Tchibo gibt Gas. Der Kaffeeröster liefert jetzt auch Erdgas. Billiger als der lokale Gasversorger soll es sein und obendrein das Klima schonen. test.de zeigt die Fakten.

Vergleichsweise teuer

Im Internet bietet Tchibo einen Tarifrechner. Hier kann jeder den Tchibo-Preis für seine Postleitzahl ermitteln. Ein exemplarischer Test zeigt: Wenn überhaupt, dann liegen die Preise für Tchibo-Gas nur wenige Euro unter den Grundversorgungspreisen des lokalen Gasanbieters. Doch wer bei seinem Gasversorger vom Grund- in einen Sondertarif wechselt, zahlt auch ohne Anbieterwechsel weniger als bei Tchibo. Noch größer ist der Unterschied zu günstigen Gasanbietern. Zwischen Tchibo und Billiganbietern liegen mitunter mehrere hundert Euro. Tabelle Tchibo-Gas im Vergleich

Klimaprojekte in Mali

Dafür wirbt der Kaffeeröster mit der klimaschonenden CO2-Bilanz seines Gases. Tchibo gleicht das beim Verbrauch, Transport und der Förderung freigesetzte Kohlendioxid aus. Das Unternehmen unterstützt Projekte in Mali, die durch Herstellung und Vertrieb effizienter Brennholzkocher die Abholzung von Wäldern verhindern. Das Geld fließt nach Angaben von Tchibo nur in Klimaschutzprojekte, die dem Gold Standard des WWF entsprechen. Ein Gütesiegel des TÜV Nord bestätigt die ausgeglichene CO2-Bilanz.

Wenig Emissionen

Tchibo ist nicht der erste Anbieter von CO2-neutralem Erdgas. So forstet Entega für Kunden des Tarifs Naturbalance kanadische Wälder auf. Und Mainova-Kunden unterstützen mit der Klimaplus-Option den Bau eines Biomassekraftwerks in Indien. Ähnliche Tarife bieten zum Beispiel 1 2 3 Energie, E wie Einfach und Susi Energie. Wie wichtig solche klimaneutralen Tarife sind, muss jeder selbst beurteilen. Denn unter den fossilen Energieträgern verursacht Erdgas die geringsten Emissionen. Eine Familie mit 20 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch stößt rund vier Tonnen CO2 aus. Zum Vergleich: Ähnlich viel klimaschädliches Kohlendioxid gelangt in die Atmosphäre, wenn die Familie nach Spanien in den Urlaub fliegt.

Anteile Ökogas

Einen anderen Ansatz verfolgen Anbieter wie Lichtblick, Naturstrom und Sauber Gas. Sie verpflichten sich, einen Teil des Gases in regionalen Biogasanlagen zu gewinnen. Das Biogas entsteht bei der Vergärung von pflanzlichen Abfällen, Gülle oder Energiepflanzen. Bei der Verbrennung setzt Biogas zwar auch Kohlendioxid frei. Allerdings nur so viel, wie die Biomasse der Atmosphäre zuvor entzogen und gespeichert hat. Da es sich hier – mit Ausnahme der Energie für Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung – um einen geschlossenen CO2-Kreislauf handelt, gilt Biogas als annähernd klimaneutral. Das Problem: Bisher gibt es nur wenige Biogasanlagen. Die Anbieter ersetzen meist nur fünf bis zehn Prozent des Erdgases durch Biogas. Naturstrom bietet neben 10- und 20-prozentigem Biogas zwar auch 100-prozentiges Biogas an. Das kostet aber doppelt so viel.

Kundenfreundlich

Die Vertragsbedingungen für das Erdgas von Tchibo können sich jedoch sehen lassen: 12 Monate Preisgarantie, keine Vorauskasse und nur ein Monat Kündigungsfrist. Zusätzlich erhalten Neukunden gleich zum Lieferbeginn einen 50 Euro-Einkaufsgutschein. Zum Vergleich: Manche Gasversorger locken mit höheren Prämien. Die verrechnen sie aber oft erst nach einem Jahr mit der ersten Abrechnung. Das zweite Jahr ist dann entsprechend teurer.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1723 Nutzer finden das hilfreich.

Mehr im Internet