Nach Strom soll nun auch Gas im freien Wettbewerb gehandelt werden. Das sieht eine Richtlinie der Europäischen Union vor, die bis August 2000 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Konsequenz: Private Haushalte könnten ihren Gaslieferanten frei wählen. Die Gaspreise werden dann voraussichtlich fallen ­ Schätzungen zufolge um 5 bis 20 Prozent.

Um staatlichen Regelungen zuvorzukommen, wollen sich die beteiligten Industrieverbände untereinander über den Zugang zu den Gasleitungsnetzen einigen. Doch die Verhandlungen verzögern sich ­ ähnlich wie zuvor beim Strom. Strittig waren bei Redaktionsschluss vor allem die Durchleitungsgebühren. Ihre Höhe ist für die Preissenkungen beim Verbraucher maßgeblich. Denn Gas wird zu Weltmarktpreisen nach Deutschland geliefert. Spielraum gibts daher nur bei den Preisen für die Durchleitung ­ und bei den Gewinnmargen der Ex-Monopolisten.

Derzeit arbeiten in Deutschland rund 700 lokale, 20 regionale und nur eine Handvoll große überregionale Gasunternehmen. Möglicherweise werden mit der Liberalisierung auch ausländische Anbieter auf den deutschen Markt drängen. Insgesamt heizen in Deutschland rund 15 Millionen Haushalte mit Gas ­ das sind immerhin schon mehr als 40 Prozent aller Wohnungen.

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