Erdbeer-Magerjogurt Test

Ob Marken wie Bauer, Danone und Weihenstephan oder Discounterware - kein einziger Erdbeer-Magerjogurt ist „gut“. Dabei ist Erdbeerjogurt der beliebteste Fruchtjogurt: Jeder fünfte, der über den Ladentisch geht, hat Erdbeergeschmack. Doch außer sonnengereiften Früchten enthalten Jogurts vor allem Aromen und Farbstoffe. Zudem bringt selbst die fettreduzierte Version reichlich Zucker mit sich. Stiftung Warentest hat 16 Erdbeer-Magerjogurts getestet und sagt, was drin ist.

Eine Erdbeere pro Becher

Eine wissenschaftliche Methode zur Bestimmung des Fruchtanteils im Jogurt gibt es noch nicht. Trotzdem: Erdbeeren allein geben dem Jogurt nicht seinen Geschmack. Selbst in den Jogurts mit dem höchsten Fruchtanteil ist im Schnitt nur eine Erdbeere im Becher. 13 der 16 Erdbeerjogurts wurden mit naturidentischen Aromen aufgepeppt. Diese Geschmacksstoffe stammen aus dem Labor und sind in der Struktur „Nachbauten“ der natürlichen Erdbeeraromen. Die übrigen Jogurts enthielten natürliche Aromen. „Natürlich“ heißt in diesem Zusammenhang jedoch nur, dass die Ausgangsstoffe für das Aroma aus pflanzlicher oder tierischer Herkunft stammen. Im Klartext können Bakterien, Schimmelpilze oder andere Mikroorganismen die Aromastoffe produzieren - sogar aus Sägespänen ließe sich „natürliches“ Aroma herstellen. Woraus sich dieses letztlich im Einzelnen zusammensetzt, muss nicht auf dem Etikett stehen.

100fach überdosiert

Bei vielen Jogurts im Test schien es, als seien die Aromakomponenten kunterbunt und beliebig zusammengemixt. In sechs Fällen waren einzelne Geschmackskomponenten bis zu 100fach überdosiert im Vergleich zu einem Jogurt mit zehn Prozent frischen Erdbeeren. Das war etwa bei den Erdbeer-Magerjogurts von Aldi Nord und Süd, Bauer und Müller Froop der Fall. Acht weitere Jogurts waren immerhin zehnfach überdosiert. Die Tester beschrieben den Geschmack als bonbonartig. Zott Jogolé und Erlenhof von Rewe enthielten darüber hinaus den erdbeerfremden Aromastoff Allylhexanoat. Dieser Stoff ist zwar nicht gesundheitsschädlich, hat aber nach Expertenmeinung nichts im Erdbeerjogurt zu suchen. Beide Jogurts erhalten daher „mangelhaft“ im Gesamturteil.

Zucker statt Fett

Der Zusatz „mager“ auf der Verpackung bedeutet lediglich, dass der Jogurt aus entrahmter Milch mit maximal 0,3 Prozent Fett besteht. Dafür enthält der Jogurt in den meisten Fällen allerdings reichlich Zucker und Süßungsmittel - bis zu 15 Prozent zusammen mit dem Milchzucker. Zucker wiederum treibt die Kalorien in die Höhe. Bis zu 85 Kilokalorien stecken somit in 100 Gramm Magerjogurt. Zum Vergleich: Fruchtjogurt mit 3,5 Prozent Fett im Milchanteil hat 100 Kilokalorien auf 100 Gramm. Zum Abnehmen eignen sich Magerjogurts folglich nicht. Einzige Ausnahme bilden Produkte mit Süßstoff, zum Beispiel Campina Optiwell und Gutes Land von Netto. Diese haben knapp 50 Kilokalorien pro 100 Gramm, sind dafür aber auch ziemlich süß.

Mikrobiologisch einwandfrei

Einziges Trostpflaster: Alle Jogurts waren mikrobiologisch einwandfrei. Kein einziger enthielt krank machende Keime. Auch Schimmel und Hefe sind kein Thema. Statt dessen enthielten alle Jogurts lebende Bakterien. Daher gibt es in diesem Prüfpunkt durchweg gute und sehr gute Noten. Jogurt ist und bleibt also ein gesunder Lieferant für Kalzium und Vitamine. Wer Aromen und Farbstoffe aus dem Labor meiden möchte, sollte den Fruchtjogurt allerdings besser selbst herstellen. Ein leckeres Rezept für Jogurtschaum gibt es im Rezept des Monats.

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