Für die Opfer des verheerenden Erdbeben haben die Deutschen bislang 60 Millionen Euro gespendet. Viele Menschen in Nepal sind aber weiterhin auf Hilfe angewiesen. test.de informiert, wie spenden­bereite Menschen sicher­gehen können, dass ihre Hilfe auch bei den Bedürftigen ankommt und was wichtig ist, wenn eine Spende auch steuerlich absetz­bar sein soll.*

„Erdbeben in Nepal“ – Richtig spenden

Das Deutsche Zentral­institut für soziale Fragen (DZI) hat Bank­verbindungen seriöser Hilfs­organisationen veröffent­licht sowie Tipps für Spende­rinnen und Spender, die vom Erdbeben in Nepal betroffene Menschen unterstützen möchten. Das Spenden-Info „Erdbeben in Nepal“ ist unter www.dzi.de abruf­bar. Es kann auch schriftlich und telefo­nisch kostenfrei beim DZI bestellt werden: DZI, Berna­dottestr. 94, 14195 Berlin, Tel. 030-8390010, sozialinfo@dzi.de.

Bereits 60 Millionen Euro wurden gespendet

Unterdessen hat das dzi mitgeteilt: In den ersten zwei Wochen nach dem großen, verheerenden Erdbeben in Nepal haben Privatpersonen und Unternehmen in Deutsch­land bereits 60 Millionen Euro Geld­spenden für die betroffenen Menschen geleistet. Dies hat das dzi mit einer Umfrage bei insgesamt 46 Hilfs­werken und Spendenbünd­nissen heraus­gefunden. „Die Spenden­bereitschaft für die Menschen in Nepal war besonders in der ersten Woche nach dem Beben vom 25. April außer­ordentlich groß“, sagt Burkhard Wilke, Geschäfts­führer und wissenschaftlicher Leiter des DZI. „Die Hilfs­werke sind aber vor allem zur Finanzierung der Wieder­aufbauhilfe weiter auf Spenden angewiesen“, unter­streicht Wilke.

Gezielte Spende ist möglich

Wer spenden möchte, sollte bei der Auswahl der Spenden­organisation genau hinsehen. Das DZI vergibt ein Spenden-Siegel. Auch die Stiftung Warentest prüft Spendenorganisationen – in Zusammen­arbeit mit dem DZI.

Tipp: Seien Sie zurück­haltend bei Spenden­aufrufen, die Sie über soziale Netz­werke erreichen. Vorsicht ist geboten, wenn solche Spenden­aufforderungen nur ein Konto und keine geläufige Hilfs­organisation angeben. Seriöse Organisationen haben in der Regel eine Internet­präsenz mit Berichten von bisherigen Aktivitäten und Jahres­berichten und stellen auf Anfrage auch Informationen über ihre Hilfs­projekte zur Verfügung.

Seriöse Organisationen erkennen

Für die Suche nach einer seriösen Spenden­organisation gibt das DZI folgende Tipps:

  • Geld­spenden sind besser als Sach­spenden. Geld­spenden können von den Hilfs­organisationen zumeist flexibler und effizienter einge­setzt werden als etwa gespendete Kleidung oder andere Sach­spenden. Spenden Sie Sachgüter nur dann, wenn seriöse Organisationen gezielt darum bitten.
  • Schnell, aber nicht über­eilt spenden. Gerade bei großen Katastrophen gibt es auch „Tritt­brett­fahrer“, die mit Spenden­aufrufen an die Öffent­lich­keit treten, aber gar nicht über die nötige Kompetenz verfügen, um wirk­sam und effizient helfen zu können. Lassen Sie sich deswegen nicht zum Spenden über­rumpeln.
  • Vorsicht bei über­triebener Dringlich­keit. Seien Sie miss­trauisch bei Spenden­aufrufen, die sehr stark Emotionen wecken, aber wenig Informationen über die konkret geplanten Hilfs­maßnahmen bieten. Achten Sie darauf, dass dem Spenden­aufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Spenden einge­setzt werden sollen.

Spenden von der Steuer absetzen

Spenden können als Sonder­ausgaben abge­setzt werden. Das geht bis zur Höhe von 20 Prozent des Gesamt­betrags der eigenen Einkünfte. Geht die Spende auf ein sogenanntes „anerkanntes Sonder­konto“, dann reicht als Nach­weis für die Steuer ein Konto­auszug, eine abge­stempelte Über­weisung, ein Last­schrift- oder Bareinzahlungs­beleg. Hat die gemeinnützige Organisation kein solches Konto, dann sollten Spender darauf achten, dass sie von ihr eine Bescheinigung erhalten, die den steuer­begüns­tigten Zweck, den Hinweis über Befreiung von der Körper­schafts­steuer und die Einzahlung als Spende oder Beitrag bestätigt.

Was von der Spende übrig bleibt

Buch­haltung, Werbung, Verwaltung, Trans­port – bei Hilfs­organisationen fallen Kosten an. Doch zu viel von den einge­sammelten Spenden sollte nicht bei der Spenden­organisation hängen bleiben. Zur Orientierung: Das Deutsche Zentral­institut für soziale Fragen verlangt von Hilfs­organisationen mit Spenden-Siegel, dass Verwaltungs- und Werbungs­kosten maximal 35 Prozent des Spenden­aufkommens betragen. Die Spenden­organisationen mit Siegel bleiben nach DZI-Erkennt­nissen deutlich unter diesem Wert: Im Durch­schnitt verwenden sie 14 Prozent der Spenden für Werbung und Verwaltung.

* Diese Meldung wurde am 18. April 2015 auf test.de veröffent­licht und am 15. Mai 2015 aktualisiert.

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