Unser Rat

So gehen enterbte Verwandte vor. Wurden Sie enterbt oder im Testament stark benach­teiligt, weil ein Erbschleicher Einfluss genommen hat, können Sie sich wehren. Das geht, wenn der Verfasser beim Schreiben seines letzten Willens wegen einer geistigen Störung keinen freien Willen mehr bilden konnte. Beantragt der Erbschleicher beim Amts­gericht am Wohn­ort des Verstorbenen einen Erbschein, können Sie dort Testier­unfähigkeit reklamieren. Schildern Sie den Gesund­heits­zustand des Verfassers. Reichen Sie etwa Kranken­akten, Betreuungs­akten oder Pflege­gut­achten ein. Nennen Sie Zeugen, die etwas zur geistigen Verfassung des Verstorbenen rund um die Testaments­errichtung sagen können.

Anfechtung bei Drohung und Irrtum. Hat der Erbschleicher ein Testament beein­flusst, indem er dem Verfasser des Testaments gedroht hat, können Sie als Kind des Verstorbenen einzelne Verfügungen im Testament anfechten. Dafür haben Sie ein Jahr Zeit. Die Anfechtung müssen Sie beim Amts­gericht am Wohn­ort des Verstorbenen erklären. Sie können auch anfechten, wenn Ihre Eltern etwa den Nach­barn zum Allein­erben gemacht haben, weil er lebens­lange Pflege versprochen, sich dann aber nicht daran gehalten hat (Anfechtung wegen Irrtums).

Für Schutz zu Lebzeiten sorgen. Erfahren Sie, dass Sie Demenz im Anfangs­stadium haben und wollen Sie dann noch ein möglichst unangreif­bares Testament schreiben, sollten Sie kein eigenhändiges Testament verfassen, sondern zum Notar gehen. Das senkt das Risiko von Einfluss­nahme und Fälschungen. Lassen Sie sich von einem Fach­arzt für Neurologie und Psychiatrie begut­achten. Legen Sie das Gutachten dem Notar vor. Hilf­reich können auch Handy­videos von Ihnen sein, die Ihre geistige Fitness zeigen.

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