Erben von Privatvermögen werden bis zum Inkrafttreten der Erbschaftsteuerreform nun doch nicht von der Wahl zwischen dem alten und dem neuen Steuerrecht profitieren. Denn die Bundesregierung hat in dem Gesetzentwurf, den das Kabinett verabschiedet hat, die vorzeitige Wahl des neuen Steuerrechts eingeschränkt: Wenn Erben schon jetzt nach den neuen Regeln besteuert werden wollen, müssen sie sich auf jeden Fall mit den geringeren alten Steuerfreibeträgen zufriedengeben. Die hohen Freibeträge aus dem neuen Recht bleiben ihnen noch versagt.

Eine Tochter, die jetzt erbt, bekommt somit nur ein Vermögen von 205 000 Euro steuerfrei. Den Freibetrag von 400 000 Euro bekommt sie erst, sobald das neue Steuerrecht in Kraft getreten ist. Das wird für den Sommer erwartet. Unter diesen Bedingungen lohnt es sich nicht für Erben, die jetzt Privatvermögen wie das Einfamilienhaus der Mutter vermacht bekommen, vorzeitig das neue Recht zu wählen.

Für Erben von Betriebsvermögen kann das anders aussehen. Sie sollten ihren Fall von einem Steuerberater prüfen lassen.

Tipp: Vorzeitige Schenkungen sind von der Änderung im Gesetzentwurf nicht betroffen: Hier gilt bis Inkrafttreten der Reform auf jeden Fall das derzeitige Recht mit allen Steuersätzen, Freibeträgen und der günstigen Bewertung für Immobilien (siehe Reform der Erbschaftsteuer).

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