Wohlhabende Ehepaare, die sich erst im Laufe der Ehe für den Güterstand der Zugewinngemeinschaft entscheiden, sind bei Erbschaften künftig besser dran. Sie sollen denselben Steuervorteil bekommen wie die Paare, die von Anfang an in Zugewinngemeinschaft leben. Das geht aus einem bundesweit abgestimmten Erlass des Finanzministeriums Baden-Württemberg hervor (3 - S 3804/7). Davon profitieren Paare, die Gütertrennung vereinbart ­hatten und später rückwirkend für die gesamte Ehe die Zugewinngemeinschaft wählen.

Der Steuervorteil ergibt sich aus dem Zugewinn­ausgleich: Ist das Vermögen einer Frau während der Ehe um 20 000 Euro gewachsen und das des verstorbenen Mannes um 100 000 Euro, hat sie Anspruch auf einen Ausgleich in Höhe von 40 000 Euro (100 000 Euro – 20 000 Euro : 2) Für den Ausgleich muss sie keine Erbschaftsteuer zahlen. Das wird wichtig, wenn das Erbe sonst den Freibetrag für Ehepartner von 307 000 Euro überschreitet.

Bisher mussten die Finanzämter den Steuervorteil nicht für die gesamte Ehe gewähren, wenn das Paar zunächst Gütertrennung vereinbart hatte. Das Erbschaftsteuerrecht soll nun in diesem Punkt geändert werden.

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