Erbschaftsteuer

Erben von Wertpapieren sollten ihren Erbschaftsteuerbescheid offen halten. Denn im Vergleich zu Immobilienerben werden sie kräftig zur Kasse gebeten: Während das Wertpapiererbe mit 100 Prozent des Marktwerts zu versteuern ist, liegt bei Immobilien die Messlatte nur bei 50 bis 70 Prozent des Werts.

Diese ungleiche Besteuerungspraxis zweifelt der Bundesfinanzhof (BFH) an. Um die Verfassungsmäßigkeit zu prüfen, hat das Gericht das Bundesfinanzministerium in einem Beschluss aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen (Az. II R 61/99). Der BFH fragt unter anderem: Warum sehe das Gesetz einen einheitlichen Steuertarif vor, wenn in Wirklichkeit jedoch bei vielen Erbschaftsdingen nur ein geringer Teil des Verkehrswerts zähle? So ist das Erbe von Betriebsvermögen, Immobilien, Land-/Forstwirtschaftvermögen oder Anteilen an Kapitalgesellschaften (nicht börsennotierte) begünstigt, nicht aber vergleichbare Werte wie Wertpapiere.

Tipp: Möglicherweise muss dazu das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Denkbar ist, dass die Richter einheitliche Bewertungsregeln verlangen. Bis dahin sollten Erben ihren Steuerbescheid offen halten, wenn das Finanzamt die Steuer nach dem vollen Verkehrswert festlegt, und auf das Verfahren beim BFH verweisen. Zugleich sollten sie das Ruhen des Verfahrens bis zur endgültigen Klärung beantragen.

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