Wenn Steuerzahler meinen, dass der vom Finanzamt errechnete Wert einer geerbten oder als Geschenk erhaltenen Immobilie zu hoch ist und sie deshalb zu viel Steuern zahlen müssen, können sie sich mit einem Gutachten wehren. Die Finanzämter müssen aber nur Expertisen von örtlichen Gutachterausschüssen oder von Sachverständigen für die Bewertung von Grundstücken anerkennen.

Eine Tochter verlor ihre Klage beim Bundesfinanzhof in München (Az. II R 69/01), weil die Richter das vorgelegte Gutachten nicht anerkannten. Die Mutter hatte ihrer Tochter ein Drittel von ihrem mit einem Einkaufsmarkt bebauten Grundstück vorab als Erbe vermacht. Ein mit dem Fall beauftragter Wirtschaftsprüfer kam in einem Gutachten zu dem Schluss, dass der vom Finanzamt für die Schenkungsteuer berechnete Immobilienwert zu hoch sei. Er müsse rund 328 000 Euro niedriger sein.

Für den Bundesfinanzhof war das Schriftstück jedoch kein geeigneter Nachweis für den geringeren Grundstückswert, weil der Mann kein Sachverständiger für Grundstücksfragen war.

Dieser Artikel ist hilfreich. 451 Nutzer finden das hilfreich.