Erbrechtsreform Meldung

Ab 1. Januar gilt eine Reform des Erbrechts. Dann erhalten Angehörige, die den Verstorbenen gepflegt haben, Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich.

Beispiel: Eine Witwe hinterlässt Sohn und Tochter 100 000 Euro. Ohne Testament bekam bisher jeder die Hälfte. Nun hat aber die Tochter ihre Mutter gepflegt. Dies wird mit 20 000 Euro bewertet. So erhält sie künftig 20 000 Euro und vom Rest die Hälfte, insgesamt 60 000 Euro.

Pflichtteil: Auch hier gibt es Änderungen. Der Pflichtteil ist das Erbe, das Angehörigen zusteht, auch wenn sie enterbt werden sollten. Ein Entzug war bisher nur bei „ehrlo­sem, unsittlichem Lebenswandel“ möglich. Künftig ist stattdessen eine Gefängnisstrafe ab einem Jahr ohne Bewährung das Kriterium. Zulässig ist der Entzug auch, wenn der Angehörige dem Erblasser nach dem Leben trachtete oder – das ist neu – dem Ehe- oder Lebenspartner oder den Kindern.

Schenkungen der letzten zehn Jahre zählen bei der Berechnung des Pflichtteils mit. Künftig gilt das aber nur noch im ersten Jahr vorm Erbfall, im zweiten Jahr sind es nur 90 Prozent, im dritten Jahr 80 Prozent und so weiter.

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