Jetzt steht es fest: Die Erbrechtsreform tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Der Bundesrat hat zugestimmt. Mit der Reform soll das Verteilen des Erbes einfacher werden. Die Neuerungen betreffen vor allem die Regeln zur Auszahlung und Berechnung des Pflichtteils und den finanziellen Ausgleich für Pflegeleistungen von Kindern.

  • Die Erben eines Eigenheims oder eines Unternehmens sollen nicht mehr zum Verkauf gezwungen sein, wenn sie Pflichtteile an enterbte Kinder, Ehegatten oder Eltern nicht gleich auszahlen können. Die Erben dürfen die Pflichtteilsberechtigten nun häufiger als bisher auf später vertrösten.
  • Geschenke zu Lebzeiten, die das Erbe mindern, fließen ab Januar nach neuen Regeln in die Aufstockung des Pflichtteils ein. Der volle Wert solcher Geschenke wird bei der Ermittlung der Pflichtteilsergänzung nur noch berücksichtigt, wenn der Schenkende im Jahr nach der Schenkung gestorben ist. Im zweiten Jahr nach der Schenkung zählen noch 90 Prozent. Der Satz sinkt mit Ablauf jedes weiteren Jahres um weitere 10 Prozentpunkte.
    Früher galt: Bis zu zehn Jahre nach der Schenkung war ihr Wert voll zu berücksichtigten, danach gar nicht mehr.
  • Haben Kinder ihre Eltern vor deren Tod gepflegt, wird diese Leistung künftig auch dann beim Erbe berücksichtigt, wenn damit kein Verzicht auf Einkommen verbunden war. Diejenigen ­Kinder, die den Verstorbenen vorher gepflegt haben, erhalten vorweg einen angemessenen Ausgleich. Erst danach wird das Erbe unter allen Erben aufgeteilt.

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