Erbrecht Meldung

Eine Tochter, die das Erbe ihrer Stiefmutter ausgeschlagen hat, kann das nicht rückgängig machen. Die Tochter hatte nur Schulden erwartet und nicht nachgeforscht. Nun entgeht ihr eine Erbschaft von 75 000 Euro (Oberlandesgericht Düsseldorf, Az. I-3 Wx 21/11).

Zwar kann eine Ausschlagung angefochten werden, wenn sich ein Erbe über den Inhalt des Nachlasses geirrt hat. Die Tochter hatte sich aber überhaupt nicht informiert. Sie hatte einfach nicht mit einem Vermögen gerechnet. Denn die Stiefmutter hatte vor ihrem Tod von Sozialleistungen gelebt und das Elternhaus musste Jahre zuvor verkauft werden. Als die Tochter später erfuhr, dass die Mutter doch rund 75 000 Euro besaß, focht sie ihre Ausschlagung an – erfolglos.

Tipp: Wenn Sie erfahren, dass Sie Erbe sind, haben Sie sechs Wochen Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen. Gibt es nur Schulden, sollten Sie das Erbe innerhalb der Frist beim Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen ausschlagen. Sie können auch die Ausschlagung vom Notar beglaubigen lassen, damit dieser sie fristgerecht zum Amtsgericht schickt. Das Wichtigste zum aktuellen Erbrecht steht im Buch „Erben und Vererben“. Sie bekommen es für 16,90 Euro im Buchhandel oder in unserem Online-Shop.

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