Erben­ermittler

Interview: „Seriöse Erben­ermittler verlangen keinen Vorschuss“

12.06.2017
Erben­ermittler - Wie private Unternehmen nach unbe­kannten Erben suchen
Sybille Wolf-Mohr © Privat

Sybille Wolf-Mohr ist Vorsitzende des im Jahr 2010 gegründeten und bundes­weit tätigen Verbands Deutscher Erben­ermittler. Aktuell sind neun Unternehmen Mitglieder, weitere kommen hinzu.

Inhalt
  1. Überblick
  2. Interview:„Seriöse Erbenermittler verlangen keinen Vorschuss“
  3. Artikel als PDF (3 Seiten)

Wie können Sie sicher­stellen, dass die Mitglieder Ihres Verbands seriös arbeiten?

Wir haben einen Ehrenkodex. Diesem verpflichtet sich jedes Mitglied. Dieser Kodex verbietet etwa unlautere Geschäfts­praktiken, über­höhte Honorare und Verstöße gegen Daten­schutz­recht. Darüber hinaus wird vor der Aufnahme die Arbeit des Ermitt­lers über­prüft. Er muss zum Beispiel Nach­weise über mindestens 30 positiv abge­wickelte Fälle vorzeigen. Eine mindestens fünf­jährige Berufs­erfahrung ist erforderlich. Außerdem bieten wir verbands­interne Treffen und Schu­lungen an.

Auf was müssen Verbraucher achten, die von einem Erben­ermittler kontaktiert wurden?

Großes Alarm­signal: Vor­kasse! Ein seriöser Erben­ermittler verlangt nie einen Vorschuss. Kontaktierte sollten sofort das Gespräch mit dem Erben­ermittler suchen. Durch Kommunikation kann sich ein Vertrauens­verhältnis bilden. Oder auch die Erkennt­nis, dass es sich dabei um keine seriöse Sache handelt.

Was unternehmen Sie, wenn Sie Beschwerden über Mitglieder erhalten?

Das Mitglied erhält die Möglich­keit, sich dem Erben und dem Verband gegen­über zu erklären.
Zunächst verfolgt der Vorstand des Verbandes ein Verfahren zur freiwil­ligen außerge­richt­lichen Klärung von Verstößen, um im Gespräch einvernehmliche Lösungen herbei­zuführen. Selbst­verständlich sieht die Satzung weitere Möglich­keiten, und letzt­lich auch den Ausschluss, vor. Jeder kann Beschwerde einreichen, soweit ein Mitglied gegen den Ehrenkodex verstoßen hat.

12.06.2017
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