Epicon Schnelltest

Angebot: Rechtzeitig zur Eröffnung der Ballsaison bringt die Investmentgesellschaft Epicon aus Österreich zusammen mit der Deutschen Bank ein nach dem bekanntesten Standardtanz benanntes Zinspapier auf den Markt: die Wiener-Walzer-Anleihe (WKN 644 370). Die Anleihe läuft bis 2008, die Rückzahlung des eingesetzten Geldes ist garantiert. Seinen Schwung erhält das Walzerpapier durch die Koppelung des Zinses an einen Korb aus 15 Aktien. Epicon nimmt die Werte der Aktien am 19. Dezember 2002 als Referenzkurse und überprüft sie Jahr für Jahr. In einem Jahr, in dem keine der Aktien auf oder unter 60 Prozent ihres Referenzkurses gefallen ist, erhält der Anleger einen Zins von 10 Prozent pro Jahr. Hat eine Aktie die Marke auch nur an einem Tag im Jahr unterschritten, beträgt der Zins für dieses Jahr 5 Prozent. Wenn noch eine Aktie unter die Marke rutscht, bekommt der Anleger im betreffenden Jahr keine Zinsen. Interessenten müssen mindestens 5 000 Euro zeichen. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 18. Dezember.

Vorteil: Sollte sich der Aktienmarkt auch am 19. Dezember auf niedrigem Niveau befinden und die Börsen sich bald und dauerhaft erholen, könnten die Aktien in allen sechs Jahren über der 60-Prozent-Marke bleiben. Dann bekäme der Anleger Jahr für Jahr 10 Prozent Zinsen, was nach Abzug der Gebühren einer Rendite von 9,11 Prozent pro Jahr entspräche.

Nachteil: Sollten die Aktien weiter fallen, kann es passieren, dass die ein oder andere Aktie dauerhaft unter der 60-Prozent-Marke bleibt. Im schlimmsten Fall heißt das: Außer Spesen nichts gewesen. Und die sind hoch: Der Ausgabeaufschlag beträgt für Anleihen unübliche 5 Prozent.

Fazit: Das Produkt ist gut, wenn sich an den Aktienmärkten wenig ereignet. Zurzeit schwanken die Börsen jedoch noch mehr als sonst. Die Aktien Nokia und Intel aus dem Korb schwanken stark. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine von ihnen unter die kritische Marke fällt, ist hoch. Dazu kommt: Wenn die eine Hightechaktie fällt, zieht sie womöglich die andere mit. Schlagen die Kurse nicht nach unten, sondern nach oben aus, könnten die Anleger mit Aktien höhere Gewinne erzielen als mit der Anleihe.

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